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XY-Preis 2011 – Gemeinsam gegen das Verbrechen

Am 14. Oktober 2011 wurde im ZDF-Hauptstadtstudio, Unter den Linden, zum 10. Mal der XY-Preis verliehen. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen das Verbrechen“ wurden 4 Preisträger für ihr besonders couragiertes Verhalten geehrt. Anwesend waren neben vielen Medienvertretern, natürlich auch der Schirmherr Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, der es sich nicht nehmen ließ jedem Preisträger persönlich, für sein mutiges Verhalten zu danken und den gläsernen Preis zu überreichen.

Die Laudationes auf die Preisträger hielten in diesem Jahr die Schauspieler Christian Berkel („Der Kriminalist“), Claus-Theo Gärtner und Paul Frielinghaus („Ein Fall für Zwei“). Die Moderation der Festveranstaltung übernahm, wie sollte es anders sein, „Aktenzeichen XY…ungelöst“ Moderator Rudi Cerne.

Zu den wichtigsten Personen dieses Tages, die Preisträger:

Als Erstes erhielt Georg Baur den XY-Preis, weil er als Einziger bei einer U-Bahn-Schlägerei nicht die Augen verschloss. Zugezogen hat sich das Ganze auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin, auf dem zu dem Zeitpunkt der Attacke, zweier Männer auf einen 29-jährigen Berliner, mehrere Menschen anwesend waren, aber niemand einschritt dem Opfer zu helfen, bis auf Georg Baur. Selbst nur zu Besuch in der Stadt, hat er sich in Gefahr gebracht aber durch dieses mutige Verhalten, konnte das Opfer gerettet und die Täter geschnappt werden.

Anschließend erhielt Jörg Hufmann den Preis, der durch sein mutiges Einschreiten eine Frau vor einer brutalen Vergewaltigung bewahren konnte. Er beobachtete eine Situation am Straßenrand, die ihm nur merkwürdig zu sein schien, doch trotzdem kehrte er mit dem Auto zurück, um zu schauen ob bei der Frau und dem Mann, die er vorher sehen konnte, alles in Ordnung ist. Die Beiden waren nicht mehr am Straßenrand zu sehen aber Jörg Hufmann konnte ein unterdrückten Hilfeschrei vernehmen, der ihn sofort veranlasste das Auto zu verlassen und nach dem Rechten zu schauen. Der Täter hatte die Frau bereits zu Boden gedrückt und floh als er den Helfer bemerkte. Somit konnte diese schreckliche Tat verhindert und wenig später, auch der schon polizeibekannte Täter geschnappt und verurteilt werden.

Als Dritter wurde Miroslaw Strecker geehrt. Der Berufskraftfahrer hat einen der größten Gammelfleischskandale Deutschlands aufgedeckt und sich, man möge es kaum glauben, nicht nur Freunde gemacht. Er lieferte eine Ladung Fleisch, was nur noch zur Tierfutterherstellung geeignet war, zu einem Fleischbetrieb. Dort angekommen, kam ihm das Verhalten des Betriebschefs, der unbedingt persönlich das Ausladen übernehmen wollte, sehr merkwürdig vor, denn dieser hat sofort alle Kennzeichnungen für das Fleisch abgerissen und verschwinden lassen.
Nun befand sich Miroslaw Strecker in der Zwickmühle, denn eigentlich ist es ein Berufsfahrerkodex, sich nicht in die Belange der Kunden einzumischen und auch nicht über Lieferungen zu sprechen und doch hatte der gelernte Fleischer doch starke Bedenken.Somit entschied er sich für das einzig Richtige, er schaltete die Behörden ein und somit konnten die Verbraucher vor akuten Schäden bewahrt werden, denn das Gammelfleisch sollte an Berliner Dönerbetriebe geliefert werden.

Der XY-Sonderpreis ging dieses Jahr an Marcel Gleffe. Der Teterower, der nach Norwegen ausgewandert ist, hat seinen Urlaub mit seinen Eltern auf einer norwegischen Insel verbracht, als er durch dumpfe Geräusche, von der gegenüberliegenden Insel, aufmerksam wird. Auf einem Aussichtspunkt entdeckt er, dass sich Menschen im eiskalten Wasser befinden und anscheinend versuchen von der Insel Utoya zu fliehen. Sofort setzt er sich in sein Boot und fährt zu den Menschen, die erst noch Angst vor ihm haben und erst merken, dass er nur helfen will, als er Schwimmwesten zu ihnen wirft. Im Boot schreien die völlig aufgelösten Leute immer wieder: „Er schiesst auf uns!“ und Marcel Gleffe weist sie darauf an, sich zu ducken. Mit rund fünf dieser Fahrten und in ständiger Gefahr hat Marcel Gleffe ca. 30 Menschen das Leben gerettet und auch andere Helfer motiviert mit ihren Booten los zu fahren, um die Fliehenden aus dem Wasser zu ziehen.

Zivilcourage, Opferschutz und Gerechtigkeit sind die drei Begriffe, die für diesen Preis stehen und bei dem auch dieses Jahr wieder wirklich beeindruckende Helfer geehrt wurden und völlig zurecht, den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihr couragiertes Handeln gegen Kriminalität erhielten.

© RCR Katharina Klube

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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