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Leben im Deja-Vu: „Fenster zum Sommer“ feierte Premiere

Eine Frauenstimme singt ein Lied, finnisch, ganz leise. Die Leinwand ist schwarz.

Was wäre wenn? Ein Gedankenspiel, das jeder kennt. Links oder rechts, ja oder nein. Würde ich wieder so wählen? Die gleichen Entscheidungen genauso treffen? Wenn nicht, wo stände ich dann?

Eine Straße führt gerade gen Horizont, das Lied verklingt. Juliane und August verbringen einen Mittsommerabend in Finnland am See. Doch ist in diese romantische Szene eine gewisse Melancholie eingebettet. Juliane hat eine Freundin verloren. Sie ist an dem Tag gestorben, an dem sie ihre Liebe traf.

Ist das Schicksal veränderbar?

Als sie die Augen am nächsten Tag wieder aufschlägt, strahlt Juliane nicht die nordische Sommersonne entgegen, vor dem Fenster erstreckt sich eine grauweiße Stadtlandschaft. Berlin, Winter. Verzweifelt muss sie erkennen, dass sie ein halbes Jahr in der Zeit zurückliegt, sie noch mit ihrem langjährigen Freund zusammen ist, ihr August sie nicht erkennt, dafür aber ihre Freundin Emily noch lebt! Was sollte sie tun?

Neu beginnen? Jeden Schritt versuchen genauso zu tun um am Ende den Moment nicht zu verpassen, in dem August sich in sie verliebt. Kämpfen für die ganze große Liebe? Versuchen das Leben der Freundin zu retten? Am besten alles auf einmal.

Das gleichnamige Buch von Hannelore Valencak zur losen Vorlage, kreirte Hendrik Handloegten (Liegen lernen) Tragödie, Komödie, Fantasie, Romanze und Beziehungsdrama vereinigend, einen unglaublich vielseitigen Film. Er wird getragen von einer grandiosen Nina Hoss in der Rolle der Juliane: zerbrechlich und unsicher stürzt sich sich in ihr Leben zwischen der Zeit. In den weiteren Rollen Mark Waschke als August, Fritzi Haberland spielt Emily und Lars Eidinger gibt Exfreund Philip. Besonders erwähnenswert ist außerdem die musikalische Untermalung des Films und die Leistung von Finne Timo Hietela, der mit seiner Komposition die Stimmung des Films ideal unterstreicht.

Meiner Meinung nach einer der sehenswertesten Filme dieses Jahres, was auch der überaus langanhaltende Applaus zum Ende der Vorstellung bestätigt.

Zur Premiere und der Feier danach fanden sich nicht nur Schauspieler und Mitwirkende ein, auch Musiker Herbert Grönemeyer gesellte sich dazu, Heike Makatsch war anzutreffen, genauso wie Franziska Weisz. Tom Schilling und Stephanie Stappenbeck waren da und ließen den Abend in geselliger Runde bei Häppchen und einem Glas Wein ausklingen.

Es ist ein Film, der berührt, auf den man sich einlassen muss. Ein Film, der anregt, aber sich nicht anmutet, Fragen zu beantworten, und doch eine Ode an das Leben ist. Ein Film, der im Gedächtnis bleibt.

Schon halb schlaftrunken erwische ich mich beim Summen eines Liedes, es ist die kleine finnische Melodie.

Sommer in Finnland wäre jetzt wirklich schön.

Dann ist meine Leinwand schwarz.

Gute Nacht, winterliches Berlin.

(c) RCR Carina Adam (Text)

(c) RCR Marcus Lienhardt

 

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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