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Teresa Weißbach und John R. Carlson in der Bar Jeder Vernunft


„Eigentlich hab‘ ich heute Abend überhaupt keine Lust!“, schallt es zu Beginn der Vorstellung aus einer hinteren Ecke des Spiegelzelts. Theatralisch und leidend windet sich die Schauspielerin Teresa Weißbach durch die Zuschauer in Richtung Bühne. Die aus dem Film „Sonnenallee“ bekannte Darstellerin tourt seit 2010 als Barsängerin Lola durch die Nation. Der Komponist John R. Carlson begleitet sie am Klavier und weicht ihr in keiner Situation von der Seite.

Die beiden inszenieren eine rotzig und zugleich sinnliche Darstellung einer jungen Frau, die in den frühen 20er Jahren aus der Provinz in die Reichshauptstadt Berlin kam. Lola singt und tanzt in der fiktiven „Bar zum CROCODIL“ und verdichtet symbolisch das neue Frauenbild der damaligen Zeit.

Zusammen mit dem Publikum erlebt sie den Auf- und Abschwung der goldenen Zwanziger Jahre. Wütend wettert sie gegen das Frauenbild als Mutter und Hausfrau. Sie will mehr: „ Ich bin doch zu schade für einen allein“, ruft sie ins Publikum. Die Bar jeder Vernunft bietet für ihre tanzende, steppende und singende Darbietung dabei die perfekte Kulisse.

Tief im Herzen sehnt sie sich aber zugleich nach Geborgenheit und ihrem geliebten Friedrich. Er will sie zu seiner Frau machen, was sie vehement ablehnt. Lola verkörpert die neu aufkommende Emanzipation und wehrt sich gegen die Rolle der Ehefrau. Sie formuliert ihren Lebens- und Glücksanspruch nicht – sie lebt ihn. Sie lebt ihn in einer Zeit zwischen zwei Weltkriegen, die selten lebenssüchtiger und zugleich zerrütteter war.

Ob traurig, wütend, euphorisch oder sensibel, mit eindrucksvoller Gestik und Mimik zeigt Teresa Weißbach das Leben ihrer Lola. Zusammen mit John R. Carlson inszeniert sie Klassiker, wie „Are you lonesome tonight“ und „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ auf sehr eigene Art und Weise.

Am Ende des Abends hinterließ das Duo ein Publikum, das für zwei Stunden zurück in die zwanziger Jahre entführt wurde und das Lebensgefühl der Zeit fast greifen konnte.

 

 © RCR Text Friederike Pries, Fotos René du Vinage

© Claudia Charlotte Burchard, Artikelbild

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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