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PornNEOgrafisches „Hotel Desire“ feiert Premiere im Sony

Ein nackter Frauenkörper, Wassertropfen perlen von der gebräunten Haut ab, Seifenschaum fließt die wohlgeformten Beine hinab, dazu leichte Sommermusik. Langsam wird der Blick höher und höher an ihrer Kontur entlang geführt, der Po, der Rücken, der Scham samt Kaiserschnittnarbe. Eine Frau duscht.

Diese Szene war Appetithappen für Tausende von Privatpersonen, die den dreiviertelstündigen Kurzfilm finanzierten. Crowdfunding ist hier das Zauberwort und das Außergewöhnliche an dem Projekt. Spenden konnte jeder, der wollte, einen kleinen Betrag von nur fünf Euro oder auch Hundert oder mehrere Tausend. 170 000 haben sie insgesamt vorgestreckt und peu à peu wurden bei steigender Summe immer weitere Teile des Drehbuchs freigeschaltet.

Dass dieses ungewöhnliche Prinzip gerade in diesem Fall funktionierte, liegt nicht nur am Cast. Sex sells, wie wir alle wissen. Es ist wohl in erster Linie dem erotischen Thema und dem Voyeurismus geschuldet. Um gehört zu werden, muss man Inhalte finden, die polarisieren. Meint auch der junge Regisseur Sergej Moya. Er wollte einen Film machen, welcher es sich, wie er erklärt, zur Aufgabe macht, Sexualität in ihrer Totalität als Ausdruck menschlicher Lebensfreude zu ikonisieren. Kein geringer Anspruch mit 23.

Die Methode der Finanzierung ist nicht nur außergewöhnlich, sondern auch mutig. Da hat sich der junge Filmemacher seine ganz spezielle Vision einer Geschichte mit der Hilfe des Internets auf eine ungewöhnliche, riskante, aber einfache Art verwirklicht. Und all das ohne lange um die Gunst der staatlichen Geldgeber und Gremien buhlen zu müssen.

Das finale Ergebnis konnten wir nun letzten Mittwoch das erste Mal bewundern. Es ist ein verregneter Abend, Haare wehen, Mützen werden tiefer ins Gesicht gezogen. Doch vor dem Sony Center am Potsdamer Platz passiert das Gegensätzliche, es wird sich aus den warmen Jacken gewunden, schöne Frauen in kurzen Kleidern betreten den Roten Teppich. Der Aufwand, der bei dieser Erstaufführung betrieben wird, ist überdurchschnittlich für einen Kurzfilm.  Nach langem Blitzlichtgewitter endlich rein ins warme Kino. Wobei die Hitze sicher nicht nur der Saalbeheizung zu verdanken ist. Ein kurzes Wort des Regisseurs Moya und die Begrüßung der Schauspieler: Clemens Schick, Saralisa Volm,Trystan Pütter, Palina Rojinsky und Frederick Lau.

Der Film gleicht einer Anekdote, glänzt mehr mit Darstellern und Filmführung als mit der Handlung, die schnell erzählt ist. Seit der Geburt ihres siebenjährigen Sohnes hat das Zimmermädchen Antonia (Saralisa Volm) keinen Sex mehr gehabt. Überfordert mit ihrer Position als alleinerziehende Mutter und ihrem Job erkennt sie frustriert, dass die Augen der Männer blind für sie geworden zu sein scheinen. Es ist ein unerträglich heißer Tag, sie verrichtet ihre Arbeit im Hotel Mira Mare und trifft dabei auf den blinden Julius Passus. Ebenfalls frustriert von der allwährenden Heuchelei im Kunstgeschäft und hadernd mit seiner Behinderung. Zwei Fremde, zwei Träumer, sie haben spontan Sex. Und dieser Akt wird in aller Deutlichkeit gezeigt.  Nicht ordinär. Einfach sehr ästhetisch.

Moya selbst über den Film: Es ist „Ein romantischer, expliziter und mit Kitsch gefüllter Streifen. Mir hat es bei meiner Arbeit fast diebische Freude bereitet, am Rand des Trivialen und der Clichés zu wandeln und dabei den Spagat zwischen dem melancholischen Seelenleben der Figuren und einer luftig leichten „glatten“ Verpackung zu versuchen.“

Der Vorhang wird zugezogen, die Lichter gehen an. Doch der Abend ist noch nicht zu Ende. Es geht auf in das Prince Charles nach Kreuzberg, wo der Film im Anschluß noch ordentlich befeiert wird. Da treibt Champagner und die Musik von DJ Schowi, die wieder verlorene hübsche Wärme schnell wieder in die Knochen. Dabei waren neben dem Filmteam, Elyas M’Barek, Jana Bach, Tom Schilling mit Freundin Annie Mosebach, Kilian Kerner, der auch die Kostüme für den Film designte, Tim Morten Uhlenbrock und Freundin Valentine, Andreas Günther, Max Riemelt sowie Sascha Schwingel aus dem Produzententeam von teamworx.

(c) RCR Laurenz Carpen

Ins Kino gelangte der Film zwar nur zur Premiere, aber wer „Lust“ bekommen hat, der kann ihn im Internet herunterladen: Für 2,99 in minderer und für 3,99 wird er in höherer Qualität bei videoload.de  vertrieben!

(c) RCR Carina Adam

 

 

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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