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Laconia – Rührender ARD-Zweiteiler mit Franka Potente feiert Premiere.

Es ist 19:00, am Kurfürstendamm herrscht die gewöhnliche wochentägliche Abendstimmung. Die Geschäfte schließen langsam, in den Büros gehen die Lichter aus und die Restaurants füllen sich. Doch vor der Astor Film Lounge scharen sich Menschen um Menschen. Jeder will einen Blick auf den Roten Teppich, auf die Prominenten, deren Gesichter ihnen doch sonst nur von Kinoleinwand und Fernsehbildschirm entgegenstrahlen, erhaschen: Die deutsche Schauspielriege findet sich zur Uraufführung des ARD- Zweiteilers „Laconia“ ein.

Otto Sander, Carolina Vera, Jürgen Schornagel, Nicola Kastner oder auch Roswitha Schreiner überschreiten den roten Stoff auf dem Pflaster. Auch Rebecca Immanuel, Julia Stinshoff und Lisa Martinek findet man im Kinopublikum, genauso wie natürlich die unmittelbar Mitwirkenden am Film: Wolf Bauer (Produzent), Uwe Janson  (Regisseur) und natürlich die Besetzung, in diesem Fall gleich Besatzung Ken Duken, Jacob Matschenz, Matthias Koeberlin und Frederick Lau. Auch die weibliche Hauptdarstellerin Franka Potente glänzt – allerdings mit ihrer nicht unüblichen Abwesenheit.

Bevor das Licht des Kinosaals abgedimmt wird, gibt es noch ein paar Begrüßungsworte von Ute Brucker, der Nachrichtensprecherin des SWR, die den Abend mit der ein oder anderen Erklärung und Vorstellung begleitet. Danach geht das Wort an ARD-Programmdirektor Volker Herres und Südwestfunkintendant Peter Boudgoust, die über die Arbeit zu dieser Britisch- Deutschen Koproduktion berichten und schließlich dann, nach langer Rede, schwingt der Vorhang zur Seite.

Man wird in das Jahr 1942 zurückgeworfen, Kriegszeit. Die deutsche Hilde Schmidt (Franka Potente) gibt sich als Britin aus und gelangt so auf den ehemaligen Kreuzfahrtdampfer, die Laconia, um vor ihren Landsleuten zu fliehen, die ihre Familie auf dem Gewissen haben. Mit an Bord sind um die 1800 italienische Kriegsgefangene, die von Suez nach Liverpool überführt werden sollen. Doch dazu soll es nicht kommen, denn das Schiff wird von einem deutschen U-Boot versenkt. Hilde, Offizier Mortimer (Andrew Buchan), mit dem sie sich anfreundet und einige andere Überlebende werden vom couragierten U-Boot Kapitän Werner Hartenstein (Ken Duken) gerettet, der eine bruchteilhafte anstatt der tatsächlichen Menschenmenge an Bord vermutet hatte. Für Hilda beginnt auf dem deutschen Boot ein Ringen um Überleben und Identität.

Wer nach der ersten Hälfte des Films noch nicht überzeugt war, wird es von Mitzuschauern in der Pause oder spätestens im zweiten Teil. In der Geschichte geht es nicht nur um eine „bemerkenswerte Episode aus dem zweiten Weltkrieg“, wie Volker Herres meint, nein, sie erzählt von einer grandiosen Haltung, von Zivilcourage, von Menschlichkeit. Mit diesem Film wird Kapitän Hartenstein ein Denkmal gesetzt, er als Held gefeiert. Die fiktive Erzählung um Hilda Schmidt herum bildet dabei den gewissen Unterhaltungsfaktor, der mit den historischen Tatsachen zu einem vielversprechenden Fernsehfilm verschmilzt.

Kurz vor elf, der erste Blick auf die Uhr, das spricht definitiv für den Film. Die Lichter sind wieder an, die Nerven auf verschiedenste Weise strapaziert worden. Man sieht in den Gesichtern der Sitznachbarn: der Film berührt. Später bei Wein und Knabbereien wird dieser Eindruck nur noch mehr bekräftigt.

Doch vorher wird die Filmvorstellung noch mit dem Besuch und den Erzählungen der sympathischen alten Dame Josephine Pratchett gekrönt, eine echte Passagierin der Laconia, die den dramatischen Geschehnissen von damals mit Leib und Seele beigewohnt hatte.

Man muss sagen, dass der Vergleich zu „Titanic“ und „das Boot“ zwar legitim, aber trotzdem etwas überzogen ist. Die schauspielerischen Leistungen waren bishin grandios, aber an der technischen Umsetzung und Animation fehlte es, um einen Vergleich zulassen zu können um einiges. Doch was bei dieser Zusammenarbeit von britischen und deutschem Fernsehen, von teamworx, BBC, ARD und SWR herausgekommen ist, ist definitiv sehenswert, die Geschichte mehr als erzählenswert.

Wer sich also die geschichtsträchtige „Laconia“ selbst anschauen möchte, sollte am 2. & 3. November um 20:15 Das Erste einschalten.

(c) RCR Carina Adam

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(c) RCR René du Vinage

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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