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PLANET JEDWARD in Deutschland unterwegs

Wir schreiben das Jahr 3 auf Planet Jedward. Das Leben blüht wie auf kaum einem anderen Stern und während wir Erdenmenschen fasziniert zum Himmel schauen, machen sich die Bewohner von Planet Jedward auf, um fremden Kulturen ihre musikalische Botschaft zu überbringen. Sie haben einen Plan: Erst wird das Fernsehen infiltriert, niemand weiß wer da vor der Kamera steht, aber sie scheinen friedlich und irgendwie… anders zu sein. Während des „Eurovision Songcontests“ kommt es zum ersten großen Kontakt. Die Menschen jubeln… es wird zusammen gefeiert… und dann… SCHLUSS.

Bis jetzt! Denn Sonntag landeten Jedward für ihre erste Deutschlandtournee in Hamburg und welcher Ort könnte dort besser geeignet sein als die Reeperbahn? Eine Gegend, die wie Jedward selbst völlig aus der Welt gefallen zu scheint und ein berüchtigtes Eigenleben inmitten der Großstadt führt. John und Edward wären nicht Jedward, wenn sie nicht Großes vorhätten. Und so soll diese am Tag eher trostlose Gegend, die von all den Partywütigen ins Koma gefeiert wurde, hell erleuchtet werden vom aufgehenden Stern der beiden Iren.

Dabei ist ihre Botschaft simpel:

Habt Spaß.

Habt Freude.

Habt uns.

 

Jedward
Jedward Zwillinge unterwegs in Deutschland

Und für fast zwei Stunden werden die Zuhörer so ein Teil von Planet Jedward, einem eigenen bunten Mikrokosmos. Doch wer glaubt, dorthin wollen eh nur 14-jährige Teenager, täuscht sich gewaltig. Während die vielen Elternteile wohl in den meisten Fällen nur ihre Pflicht als Erziehungsberechtigte ausübten, mischte sich in das feierwütige Publikum eine Mischung aus vielen anderen Welten. Da wären pomadengetränkte Rocker ebenso wie irokesengekrönte junge Männer und aufgeregte Anfang Dreißigerinnen mit Handtasche auf der einen, und der zittrigen Hand ihrer besten Freundin auf der anderen Seite. Es ist kurz vor 19 Uhr und für Leute, die diesen Planet Jedward sonst nur umkreisen, gibt es viel zu sehen. In der Mitte tanzen schwedische Fans, mitgereist aus der letzten Tour-Station Stockholm. Mütter begleiten ihre Töchter beim letzten Optik-Check auf die Toilette und in der Halle macht sich eine fiebrige Aufregung breit. Ein Lichtblitz genügt, um den Kreisch-Faktor auf 95% zu erhöhen. Entwarnung. Bisher hat sich nur das Bild auf der Leinwand in Bewegung gesetzt und Bilder vom Tour-Alltag der Zwillinge mischen sich mit langsam ansteigenden Soundwellen. Ein rotes Laken bahnt sich den Weg auf die Bühne, die Schatten deuten dass noch Verborgene an und – mit einem Elan, der fast zu groß ist für diese kleine Bühne – springen John und Edward hinter dem Vorhang hervor. Mit einer kostümierten Tänzer-Schar im Schlepptau wird die Bühne zur Hüpfburg. Satte Bässe dröhnen nun entgegen. Pinks ‚Funhouse‘ gibt die Richtung des Abends vor und es wird direkt klar, dass nicht jeder Ton seine Höhe finden und nicht jede Choreografie perfekt sein muss. Nein, für Laune sorgen die Zwillinge einfach alleine. Alles Andere ist nur der Rahmen, die Show, ein höher, schneller, weiter… die Pop Rocket soll Fans in den siebten Himmel schießen. Dabei gibt es anfangs ordentlich Starthilfe mit gecoverten Songs von Blink 182, Michael Jackson oder Britney Spears, bevor die Zwillinge ihre eigenen Triebwerke zünden und mit Songs ihrer neuen Platte „Victory“ einheizen.

Das Konzert in der großen Freiheit 36 wird nach und nach zur großen Spielwiese. Voll geladene Wasserkanonen, Luftballons größer als ein Teil der jungen Fans und eine kleine Fotosession mit dem gesamten Publikum ließen jedes Fan-Herz sichtlich höher schlagen. Manche sogar so hoch, dass sie eines abzugeben hatten. Zwei mit dem Wort Jedward verzierte Lebkuchenherzen fanden den Weg auf die Bühne und wurden von beiden unter großem Applaus mit dem Publikum geteilt.

Obwohl beide aussehen wie ein von Managern von Anfang an durchgeplantes Chartprodukt, wissen Jedward ganz genau, was sie können und was eben nicht. Das Wichtigste daran: Sie zeigen BEIDES gerne. Und so gibt es keinerlei Hemmungen für Sie, quer über die Bühne springend ihren größten Hit „Lipstick“ direkt zweimal zu spielen – natürlich unter riesigem Applaus der anwesenden Fans. So gingen knapp zwei Stunden Konzert mit einer Menge glücklicher Gesichter zu Ende. Das Besondere: Es war nicht nur in den Augen der eingefleischten Fans zu sehen. Selbst ein lächelnder Opa trug voller Stolz eine Jedward-Kopfbedeckung in die kühle Hamburger Abendluft hinaus. Nach dem Konzert verharrt eine größere Menge weiterhin auf der Straße und hofft auf das obligatorische Autogrammeschreiben. Dann öffnet sich langsam die Tür der großen Freiheit und beide Zwillinge verschwinden ohne großen Stop in ihrem Tour-Bus. Es ist diesmal keine Unhöflichkeit, sondern ein Zeichen dafür, dass sie zum Tour-Auftakt alles gegeben haben und sich jeder Fan auf die noch kommenden Deutschlandkonzerte freuen sollte. Frankfurt, München, Berlin, Köln und Bochum stehen auf dem Programm und wer es nicht schafft, muss keineswegs traurig sein. Schon Ende Januar folgt eine weitere kleine Tour durch Deutschland. Planet Jedward dreht sich weiter.

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(c) RCR Melanie Renker

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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