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MediaGuardian Edinburgh International Television Festival 2012: Tag 1

Das MediaGuardian Edinburgh International Television Festival (kurz: MGEITF) ist seit 1976 laut eigener Website (www.mgeitf.co.uk) DIE wichtigste Anlaufstelle für jeden, der in der Fernsehindustrie tätig ist und auf der Suche nach neuen Inspirationsquellen, Chancen auf Networking und guter Unterhaltung ist. Denn das MGEITF ist keine trockene Konferenz, bei der Männer in grauen Anzügen die aktuellsten Einschaltquoten vorlesen. Es geht viel mehr darum, zu zeigen, wie begeistert jeder Einzelne davon ist, Teil dieser Industrie zu sein und dabei feiert man sich selbst. Das passiert in Panels, Talks, Masterclasses, bei Champagner und Häppchen und bei Filmvorführungen, bei denen im Anschluss die Verantwortlichen Frage und Antwort stehen. Und ganz egal bei welcher Veranstaltung, jeder Einzelne hat die Möglichkeit, seine Fragen zu stellen oder direkt mit Regisseuren, Drehbuchautoren, CEOs der großen Fernsehanstalten oder mit Schauspielern in Kontakt zu treten. Der erste Tag, Donnerstag, der 23. August 2012, im Edinburgh International Conference Center (kurz: EICC) begann ganz gemächlich. Delegates-Passes und Goodie-Bags wurden an die ersten Besucher ausgeteilt und man hatte die Möglichkeit, sich mit den anderen Teilnehmern des Festivals auszutauschen.  Credit: Photo by Rob McDougall for MGEITF

Die erste Veranstaltung war schon gleich ein kleiner Schock, denn der englische Komiker Leigh Francis betrat in seiner Rolle als Keith Lemon, der schmierige Host der erst in diesem Jahr mit einem BAFTA ausgezeichneten Show „Celebrity Juice“, die große Bühne.  Das „Celebrity Juice: Bang Tidy Edinburgh Special“ wurde mit einer Reihe von Witzen weit unter der Gürtellinie eröffnet. Im Anschluss folgten anstößige Witze auf Kosten der Bühnengäste, darunter Ex-Spice Girl Emma Bunton, „The Voice UK“-Co-Host Holly Willoughby, BBC Three Controller Zai Bennett und Peter Fincham, Director of Television bei ITV. Im Publikum wurde zwar viel gelacht, aber auch mit den Köpfen geschüttelt, als ohne Rücksicht auf Verluste über die Prominenz hergezogen wurde. Dieses Panel war definitiv Geschmackssache.

Credit: Photo by Rob McDougall for MGEITF

Am frühen Nachmittag wurde im Filmhouse dann die erste Folge der zweiten Staffel der Comedy-Serie „Friday Night Dinner“ gezeigt, die wirklich sehr lustig war. Das Publikum schien begeistert und die Produzenten zufrieden. Im Anschluss an die Vorführung beantworteten der Produzent und Drehbuchautor Robert Popper und die Hauptdarsteller Simon Bird und Tom Rosenthal zuerst die Fragen des Gastgebers der Filmvorführungen Andrew Collins und im Anschluss auch die des Publikums. Robert Popper verriet dabei, dass er seine Ideen für das verrückte Verhalten seiner Figuren hauptsächlich aus der eigenen Familie nimmt und sonst auch gerne aus dem wahren Leben schöpft, wenn er an neuen Drehbüchern schreibt.

Credit: Photo by Rob McDougall for MGEITF

Nach einer kurzen Pause ging es in einem kleineren Kinosaal direkt weiter. Die erste Folge einer neuen Serie namens „Some Girls“ wurde vor einem zugegebenermaßen sehr kleinen Publikum gezeigt. Die Serie folgt einer Gruppe von 16-Jährigen Mädchen durch den Alltag, wobei es viel Ärger, aber auch genug Spaß und Glücksmomente gibt. Mich erinnerte die Folge vor allem an die Serie „Skins“, die ebenfalls das Alltagsleben von englischen Jugendlichen zeigt, nur dass es sich bei „Some Girls“ ausschließlich um vier Mädchen und nicht eine gemischte Clique dreht. Im Anschluss beantworteten die Hauptdarstellerinnen Mandeep Dhillion und Natasha Jonas, sowie die beiden Controller Zai Bennett und Cheryl Taylor die Fragen von Andrew Collins und dem Publikum. „Mädchen benutzen auch Schimpfwörter“ war dabei das Zitat, was am Ende hängen blieb. Die Schauspielerinnen beschrieben außerdem den Castingprozess und das Zusammenfinden der vier Schauspielerinnen vor Drehbeginn. Am späten Nachmittag eröffnete schließlich Elisabeth Murdoch, Gründerin und Vorsitzende der „Shine-Group“, als erste Frau seit 17 Jahren das Festival offiziell mit der alljährlichen „James MacTaggart Memorial Lecture“. Sie adressierte dabei die britische und auch die weltweite Fernsehindustrie, sich weiterhin stärker mit den neuen Medien auseinanderzusetzen und traditionelles Fernsehen mit Youtube, Twitter und Facebook weitgreifender zu vernetzen. Sie beschrieb, wie heutzutage jeder die Chance hätte, eine Internetberühmtheit zu werden und dass manche Formate an diese Veränderungen angepasst werden müssten.

Der erste Festivaltag endete dann im National Museum of Scotland mit Champagner und der einzigartigen Chance, in direkten Kontakt mit zahlreichen Persönlichkeiten aus der Fernsehindustrie zu treten.

© RCR Ricarda Schernus

Credit: Photo by Rob McDougall for MGEITF

 

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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