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Filmkritik: The Artist

Als 2008 verstärkt der 3D-Film in die Kinos kam, sprach alle Welt von einem “ganz neuen Filmerlebnis”. Nur die Wenigsten wussten jedoch, dass diese Technik bereits in den 50er-Jahren sehr populär war, als der Fernseher den geneigten Kinobesucher mehr und mehr vor die heimische Couch zog. Dass eine neue Entwicklung meist mit einer Gegenbewegung, der Sehnsucht nach dem “Alten” einhergeht, sieht man ganz aktuell an dem Film “The Artist”.

Während Hollywood sich mit immer aufwändigeren Tricks, einer immer größerer Promidichte pro Film und immer neuen Aufgüssen gegenseitig zu übertrumpfen versucht, bildet dieser Film eine klare Gegenbewegung: Obwohl letztes Jahr erst gedreht, handelt es sich bei “The Artist” um einen schwarzweißen Stummfilm, analog zu den Streifen, die in den 1930er Jahren über die Leinwände flimmerten. Gedreht von Michel Hazanavicius und mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo in den Hauptrollen ist dieser Film definitiv einer der sehenswertesten Streifen des Jahres!

George Valentin ist am Höhepunkt seiner Karriere angelangt. Sein neuester Film verspricht ein bahnbrechender Kinoerfolg zu werden, und die Groupies stehen für ihn Schlange. Eine von ihnen ist Peppy Miller, die er zufällig auf einer seiner Premieren kennen lernt und sie in die Klatschpresse bringt. Am folgenden Tag schon beschließt die junge Peppy, selbst in das damals sehr florierende Filmgenre einzusteigen und bekommt peu à peu kleinere Rollen angeboten. Anders als Valentin jedoch, der lediglich Stummfilme dreht, nimmt Peppy auch die neuere Technik an, die es ermöglicht, Filme zu synchronisieren. Valentin ist in seinem Ruf schwer geschädigt, gelten Stummfilme doch mehr und mehr als überholt. Dennoch verbindet die beiden eine ganz besondere Anziehung, noch über die Filme hinaus.

Als Kind einer Generation, das mit eben jenem neuzeitigen Hollywood aufgewachsen ist, morgens ersteinmal die Facebook-Neuigkeiten abruft und ständig mit dem iPhone online ist, bekommt man von “The Artist” ein einzigartiges Kinoerlebnis geboten. Ein Film voller wunderbarer, charmanter Momente, durch die man sich nur zu gern in der Zeit der 1920er Jahre wiederfinden würde. Mit jeder Minute, die verstreicht, ist man verblüfft darüber, wie viel Story und Gespräch man allein durch Mimik und Gestik ablesen und herleiten kann. Der sensible Kinobesucher wird hierbei besonders belohnt, ist es doch auch die Detailverliebtheit, die diesen Film so besonders macht. “The Artist” ist mit Sicherheit der gewagteste Film des Jahres und tanzt auf seine ganz eigene Art und Weise in die Herzen der Zuschauer.

Kinostart: 26.01.2012

(c) RCR Nicholas Beutler

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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