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11. Felix Burda Award in Berlin verliehen

Die Felix Burda Stiftung zeichnte am letzten Sonntag Projekte und Persönlichkeiten aus, die herausragende Leistungen im Bereich der Darmkrebsvorsorge erbrachten. Über 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Showbusiness ehrten die fünf Preisträger im Ballsaal des Hotel Adlon Kempinski mit dem Felix Burda Award. Unter den prominenten Gästen befanden sich Uschi Glas, Erol Sander, Anna Maria Kaufmann, Henning Baum, Klaus Meine, Ralf Möller, Walter Kreye, Ruth Moschner, Maxi Arland, Hans-Reiner Schröder, Oliver Wnuk und Wolfgang Stumph. Durch den Abend führte Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt, der den Job in diesem Jahr für Babara Schöneberger übernahm.

Die 21-köpfige Fachjury hat aus zahlreichen Bewerbungen vier Preisträger gewählt: „Betriebliche Prävention“, „Medizin und Wissenschaft“, „Engagement des Jahres“ und „Beste Präventionsidee“. „Wir hatten keine Ahnung was auf uns zukommen würde. Es waren auch ein paar schräge Ideen dabei. Aber das Wagnis hat sich gelohnt“ sagte die Vorsitzende der Felix Burda Stiftung Dr. Christa Maar.

In der Kategorie „Medizin und Wissenschaft“ übergab Dr. Andreas Köhler, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, den Preis an Dr. Christian Stock, Dr. Michael Hoffmeister und Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Sie führten eine retrospektive Kohortenstudie mit Daten der AOK Hessen und der KV Hessen durch und verglichen 33.000 ambulant koloskopierte und 33.000 nicht-koloskopierte Personen – es entstand die einzige deutsche Studie, die sich in einem bevölkerungsbezogenen Setting mit der Problematik der Dokumentation von Komplikationen der Vorsorgekoloskopie befasst. „Jetzt lässt sich endlich auch mit deutschen Daten sagen: Die ambulante Vorsorgekoloskopie in Deutschland ist eine risikoarme Untersuchung“ sagte Dr. Köhler in seiner Laudatio.

Walter Kreye hielt die Laudatio auf die Preisträger der Kategorie „Beste Präventionsidee“ – Prof. Dr. Cornelia Ulrich, Dr. med. Ulrike Bussas und Clare Abbenhardt vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg. Die Preisträger befassten sich mit der Frage wie und wo man die Hochrisikogruppe der erblich Vorbelasteten am besten identifiziert und über geeignete Vorsorgemaßnahmen aufklärt. Die Antwort, die sie fanden, war einfach und überzeugend: an dem Ort, wo der an Darmkrebs erkrankte Verwandte behandelt wird – in der Klinik. Das Team um Prof. Dr. Ulrich plant nun als erste medizinische Forschungseinrichtung in Deutschland ein online Assessment für das persönliche Krebsrisiko auf den Internetseiten des NTC und zusätzlich die Etablierung einer Präventionssprechstunde für die Angehörigen von Krebspatienten. Prof. Dr. Cornelia Ulrich über die Wirkung der Auszeichnung: „Der Preis ist für uns sehr wichtig, um das Projekt weiter voran zu bringen. Zunächst mal die Anerkennung sowie die Belohnung des Konzepts, wird unser Vorhaben zu einem neuen Status erheben.“

Der letzte Award des Abends – der Felix Burda Milestone Award – wurde Gesundheitsminister Daniel Bahr überreicht. Damit zeichnet die Felix Burda Stiftung seinen großen Einsatz für das neue Krebsfrüherkennungsgesetz aus, mit dem die Handlungsempfehlungen des Nationalen Krebsplans umgesetzt werden. Daniel Bahr gab den Dank der Auszeichnung weiter: „Es ist uns gelungen, den nationalen Krebsplan als gemeinsame Aufgabe zu verstehen. Den größten Anteil an diesem Erfolg haben die vielen Expertinnen und Experten, die monate- und jahrelang an den Vorschlägen gearbeitet haben, die in dem Gesetz umgesetzt wurden. Insofern verdient der Bundesgesundheitsminister nicht den Preis, sondern er gebührt denjenigen, die diese Arbeit geleistet haben.“ Christa Maar: „Ich möchte diese Auszeichnung ganz persönlich zum Anlass nehmen, mich zu bedanken. Wenn Sie es nicht in die Hand genommen hätten, dann hätten wir heute kein solches Gesetz.“

In ihrem Live-Act „Der Darm hat Charme“, mit dem die Medizinstudentin Giulia Enders bereits beim Science Slam erfolgreich war, führte sie die Gäste mit viel Humor in die Welt des Darms. Gesundheitsminister Daniel Bahr gratulierte ihr anschließend zum Vortrag: „Es müsste mehr Medizinstudenten geben wie Sie, die den Menschen mit einfachen Worten erklären können wie Medizin funktioniert.“
Stellvertretend für rund 70.000 Betroffene in Deutschland, bedankte sich die Studentin Daniela Romano bei den anwesenden Testimonials der aktuellen Werbekampagne „Liebe“ – Uschi Glas und Dieter Hermann, sowie Erol Sander. Romano verlor ihren Vater an Darmkrebs und engagiert sich seitdem selbst mit ihrer facebook-Gruppe „Darmkrebs geht uns alle an“ gegen diese Krebserkrankung. Auf der Bühne des Felix Burda Award betonte sie die große Bedeutung der prominenten Unterstützung und würdigte deren Engagement und honorarfreien Einsatz im Kampf gegen Darmkrebs.

Die Gewinner der Kategorien „Medizin und Wissenschaft“, „Beste Präventionsidee“ sowie „Engagement des Jahres“ erhielten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro, unterstützt von Olympus, AOK Rheinland/Hamburg sowie Yakult. In der Kategorie „Betriebliche Prävention“ erhielt der Sieger aus dem Bereich Großkonzerne ein „PillCam-Colon 2″-Screening-Paket im Wert von rund 25.000 Euro, gestiftet von Given Imaging. Der Sieger aus dem Mittelstand darf sich auf das größte Darmmodell Europas freuen: „Faszination Darm“ kommt für zwei Tage kostenlos aufs Firmengelände, um die Mitarbeiter dort über Darmkrebsvorsorge aufzuklären – gestiftet von atelier 3D.

© RCR Laurenz Carpen
© Hubert Burda Media

DIE Felix Burda Award PREISTRÄGER 2013

BETRIEBLICHE PRÄVENTION
• KMU: Meinolf Melcher, Geschäftsführer und Renate Kümeke, Betriebsratsvorsitzende der Kolping-Bildungszentren Ruhr gGmbH: „Aktion 1000 Leben retten – eine Aktion im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und Früherkennung im Unternehmen.“
• GU: Michael Maas, Personalleiter und Regina Mertens, Betriebliche Gesundheitsvorsorge der ArcelorMittal Ruhrort GmbH: „Vorsorge ist besser als heilen! Darmkrebsvorsorge im Betrieb.“

MEDIZIN UND WISSENSCHAFT
• Dr. Christian Stock, Dr. Michael Hoffmeister und Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg: Das Risiko schwerwiegender Komplikationen bei ambulanten Koloskopien.

ENGAGEMENT DES JAHRES
• Prof. Dr. Michael Betzler und Winfried Book für die Arbeits-gemeinschaft „Essen forscht und heilt“: „1000 Leben retten Ruhr“.

BESTE PRÄVENTIONSIDEE
• Prof. Dr. Cornelia Ulrich, Dr. med. Ulrike Bussas und Clare Abbenhardt vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg: „Krebsprävention – aktiv dabei: Präventionscheck und Sprechstunde am NCT Heidelberg.“

MILESTONE AWARD
• Bundesminister für Gesundheit Daniel Bahr

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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