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Ein weites Herz – Schicksalsjahre einer deutschen Familie

Einer für alle und alle für einen! Zusammenhalt und Loyalität sind die zwei Säulen, die Familie Vermehren besonders auszeichnen. Der ZDF-Film, der am 1. April erstmals ausgestrahlt wird, begleitet vornehmlich Tochter Isa Vermehren (toll gespielt von Nadja Uhl), die als Kabarettistin und späteren Ordensschwester im Zentrum des Geschehens steht. Mit ihrer Schlagfertigkeit sowie ihrem Humor verzaubert sie alle und auch während der schweren Zeit inmitten des 2. Weltkriegs findet sie zu sich selbst.

Schauspielerin Iris Berben (spielt die Mutter von Isa) und Produzentin Jutta Lieck-Klenke hatten das Glück, sie persönlich kennenzulernen: die charismatische Ordensschwester Isa Vermehren (1918-2009), die vor der Realisation des Films, sowie der vorangegangenen Biografie (geschrieben von Matthias Wegner) meinte, ihr Leben passe auf eine Postkarte. Dass dem nicht so ist, haben das Buch, das Vermehrens Lebensgeschichte erzählt und nun auch der ZDF-Film „Ein weites Herz“ eindrucksvoll bewiesen. Iris Berben beschrieb das Treffen mit Vermehren als „Wunderbare Begegnung“ und so dürfen auch die Fernsehzuschauer die mutige Isa ein Stückchen kennenlernen.

Die Familie Vermehren besteht aus Isa (Nadja Uhl), ihren Brüdern Michael (Alexander Khuon), Erich (Max von Thun), Mutter Petra (Iris Berben) und dem Vater Kurt (Friedrich von Thun, erstmals als Vater-Sohn-Gespann mit seinem Sohn Max zu sehen). Der Film startet auf Isas Examensfeier, auf der sie als Sängerin mit ihrem Akkorden provoziert, indem sie ein Satire-Lied über die Nazis singt. Und diese Eigensinnigkeit und Courage der Isa Vermehren zieht sich als roter Faden durch den gesamten Film. Die eigene Meinung, die Isa im Lager fast das Leben kostet – aber eben nur fast, sodass sie sich und ihren moralischen Grundsätzen immer treu bleibt. Die Begegnung mit Gräfin Elisabeth von Plettenberg (tolle Jungschauspielerin: Peri Baumeister), die ihren Bruder Erich geheiratet hat, verändert Isas Leben für immer und bringt ihr den Glauben an Gott nahe, der ihr auch später im Konzentrationslager neben ihrem starken Willen zu Gute kommt. Diese Glaube, gepaart mit viel Mut retten Isa Vermehren das Leben.

Ein wunderbares Schauspiel-Ensemble macht diesen Film so sehenswert. Die Darsteller brillieren mit trockenem Humor, und die Geschichte der Isa Vermehren muss einfach erzählt werden. Die fehlenden Zeitangaben, sowie die vielen verschiedenen Handlungsstränge aus Isa Vermehrens Leben könnten den Zuschauer ein wenig verwirrt im Fernsehsessel zurücklassen.

Das historische Drama zeigt das ZDF am 1. April 2013.

© RCR Lisa Schwiemann

Filmpremiere am 29. 1. 2013, Abaton-Kino, Hamburg

© RCR Jessica Labbadia

 

Titelbild: © ZDF und Stefan Erhard

 

 

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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One comment

  1. Margarete Vermehren

    Sr. Isa Vermehrens Leben, so wie das Ihrer Familie wird in diesem Film vielfach verändert und verdichtet, wie es wohl nicht immer anders möglich ist. Aber eigentlich ist vieles nicht stimmig, außer vielleicht der Verwandtschaftsgrad der einzelnen Personen. Historische Abläufe geraten durcheinander oder werden erfunden, das Leben der Familie Vermehren hat sich nicht so ereignet! Man könnte sich mit diesen Verzerrungen noch versöhnen, wenn der Film sich nicht im wesentlichsten Thema Sr. Vermehrens so verrannt hätte: hier meine ich ihre Konversion zum Katholizismus und ihr Eintritt ins Kloster. Die Unterstellung einer lesbischen Beziehung als Vermischung mit ihrer Konversion ist eine nicht akzeptable, verleumderische Unterhaltung, die jeder Grundlage entbehrt, was Verwandte und Freunde / Ex-Schülerinnen jederzeit bezeugen können. Das Buch „Ein weites Herz“ kann nicht die Grundlage des Drehbuches gewesen sein, da es keinerlei „Schnittmengen“ aufweist.

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