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Rock am Ring 2013

Schon kurz nach dem Start des Vorverkaufs waren die Tickets ausverkauft. Kein Wunder, denn die Besucher wissen genau, was sie bei RaR zu erwarten haben – Rock pur und eine unvergessliche Zeit! Sobald man ein Ticket ergattert hat, wird bereits eine frühe Anreise zum Nürburgring geplant. Früher traf man vielleicht ein oder zwei Tage vor der Eröffnung ein. Inzwischen reisen die Ersten bereits am Montag an, um ihren Lieblingsplatz zu ergattern, schlagen ihre Zelte auf und beginnen direkt mit der Party. Die Ausdauer dieser Fans ist schon fast einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde wert.

Doch diese Camping-Partys wurden auch dieses Jahr jäh unterbrochen, als der Startschuss fiel und sich die Türen zum RaR öffneten. Pünktlich trudelte die Menge aus allen Himmelsrichtungen und von den umliegenden Camps zum Haupteingang. Bloß der Erste sein! Ganz nach vorne an die Bühne!

Das schwülwarme Wetter und der strahlendblaue Himmel luden endlich dazu ein, sich von überflüssigen Kleidungsstücken zu verabschieden. Und so gab es nach der diesjährigen langen Kälteperiode endlich viel nackte Haut zu sehen – offensichtlich ein Traum für alle Anwesenden!

FREITAG

Nach dem offiziellen Beginn von Rock am Ring gab es gleich die passende Startmusik. Bei bestem Wetter eröffneten die Bands „Love and Death“ und „Bring me the Horizon“ den Musik-Marathon. Weiter ging es mit „Imagine Dragons“, und „FUN“,  und ehe man sich versah war der erste Tag bereits halb rum – aber natürlich freuten sich alle auf mehr davon!

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg betrat den Centerstage und begrüßte alle Besucher herzlich. Nach einer sehr schönen Rede ging es los mit den ersten Headlinern. Das waren am Freitag 30 Seconds to Mars, Korn, Fritz Kalkbrenner, Limp Bizkit, Fettes Brot, Cro,  Bullet for my Valentine, Paramore, uvm.

Hayley Williams, die flippige, kleine, rothaarige Sängerin von Paramore mit der rockigen Stimme zeigte sich als wahres Energiebündel. Sie und Kate Nash waren übrigens die einzigen weiblichen Stars, die in diesem Jahr die Rock am Ring Bühnen betraten.

Der Auftritt von CRO war bemerkenswert, nicht nur weil er durch die einmalige Kulisse eines perfekten Sonnenuntergangs abgerundet wurde. Und bei 30 Seconds to Mars wusste auch der letzte, warum er in diesem Jahr da war. Eine unvergessliche Show vom Allerfeinsten. Gewagte Stunts mit Sprungbrett und Rhönrad, riesige Bälle und aufblasbare Tiere, die in die tobende Menge geworfen wurden. Jared Leto, der Sänger und Frontmann, nahm ein Bad in den Zuschauern, sang und tanzte auf der Bühne mit einigen überglücklichen Fans und nutzte die Möglichkeit, sich bei den vielen Besuchern für ihr Kommen zu bedanken.

So endete der erste Tag und hinterließ das Gefühl, dass es sich gelohnt hat, jede Band und die ganze Zeit von Anfang bis Ende erlebt zu haben. Alle haben das Beste geliefert und eine klasse Live Performance hingelegt und somit für allerbeste Festival Stimmung gesorgt.

Wer nach den Live Gigs noch nicht genug hatte, konnte noch in der Zeltdisko bis in den Sonnenaufgang weiter tanzen und feiern.

SAMSTAG

Nach einem anstrengenden aber genialen Vortag startete dann der Samstag sonnig mit einigen Schatten spendenden Wolken in den zweiten Festival-Tag. Man merkte schon, dass sich die Fans etwas müder bewegten und länger brauchten, um aus ihren Schlafsäcken und Zelt-Städten zu krabbeln. Nach einem mehr oder minder kräftigenden Frühstück, je nach Geschmack auch vom Grill, ging es dann wieder in Richtung der Bühnen.

Musikalisch eröffnete die Band Filius Nox den zweiten Tag. Im letzten Jahr im Bandcontest als beste Band aus Rheinland Pfalz gewählt, durften sie jetzt bei Rock am Ring auf der Bühne stehen. Die Headliner des zweiten Tags waren u.a. Biffy Clyro, Stone Sour, The Killers, The Prodigy, Volbeat, Bosse, Kate Nash, Papa Roach, Airborne, The BossHoss, Phoenix, Hurts, Stereophonics, Killerpilze, Vierkanttretlager, Clutch uvm.

Die Fans hatten es teilweise schwer, sich zu entscheiden und hätten sich vermutlich am liebsten geteilt, weil alle Bands sehenswert waren. Die Überraschung des Tages war ein Auftritt der Beatsteaks, die unerwartet vor Kate Nash die Bühne betraten und einige Lieder spielten. Das Publikum nahm dies dankend an, tickte völlig aus und viele vorübergehende Fans kamen noch schnell dazu gesprungen, als sie die unerwarteten Stars erkannten. Diese Überraschung war wirklich gelungen.

Allgemein war in diesem Jahr sehr oft zu sehen, wie wichtig den Bands die Nähe und der Kontakt zu den Fans geworden ist. Wie bei dem Sänger von Papa Roach (Jacoby Shaddix), der mal eben ins Publikum sprang, oder dem Sänger von Bosse (Axel Bosse), der sich in der Menge zu einem Mädel gesellte und mit ihr zusammen sang. Die letzte und für mich beste Band am Samstag war schließlich The Bloody Beetroots, ein wirkliches Highlight! Sie pusteten die Fans mit ihren Sound um und boten einen schönen Abschluss für den zweiten Tag.

SONNTAG

Am Sonntagmorgen schien die Eifel kein bisschen Sonne mehr hergeben zu wollen. Alles bewölkt, kalt, und es sah bedrohlich nach Regen aus. Folglich konnte man auf den Zeltplätzen schon einige zusammenpacken sehen, und eine gewisse Aufbruchsstimmung lag in der Luft.

Doch guten Mutes und gespannt auf die nächsten Bands rafften sich auch manche Fans auf und besuchten erstmal die Autogrammstunden von Casper / Kraftclub / All Time Low. Die aufgedrehten Jungs empfingen die Fans mit großer Freude und nahmen sich die Zeit für Fotos und Unterschriften. Einer der Jungs von All Time Low bekam sogar einen weißen BH auf den Kopf, was für allgemeine Erheiterung sorgte. Inzwischen sah die Menge etwas anders aus als an den Vortagen. TV und Rundfunk Sender verteilten kostenlose gelbe und pinke Regencapes, denn es fing an, dauerhaft zu nieseln und noch kälter und ungemütlicher zu werden.

Die Headliner heute waren Green Day, Casper, Kraftclub, Coheed and Cambria, Simple Plan, Bad Religion, RoyalRepublic, Sportfreunde Stiller, Blumentopf, Bullet uvm.

Erneut ein Programm, das reichen sollte, den Tag mit Musik voll zu stopfen.

Wofür die meisten überhaupt zum RaR gekommen sind, war allerdings die Berliner Band SEEED.

Ab 20 Uhr konnte man erahnen, dass einige Fans so langsam an ihre Grenzen kamen, als die Sportfreunde Stiller mit ihren teilweise langsamen Songs nicht bei allen auf Begeisterung stießen, die sich lieber warm-rocken wollten. Doch die Stimmung war schnell wieder da, als die Band kurz verschwand, um dann auf dem Dach wieder aufzutauchen und dort ein Ständchen zu singen. Auch der Sänger von Green Day  Billie Joe Armstrong hatte sich etwas einfallen lassen, um die Leute bei Laune zu halten. Er holte sich einen Jungen und ein Mädchen auf die Bühne. Der junge Mann durfte mit Billie zusammen singen und machte ordentlich Lärm, das Mädel konnte den Text eines anderen Liedes komplett auswendig singen – trotz Aufregung – und durfte zum Dank eine E-Gitarre mit nach Hause nehmen.

Schließlich kam als letzte Band Seeed. Jegliche Müdigkeit schien wie verflogen und alle tanzten zu dieser fantastischen Show mit riesigem Orchester.

Gleichzeitig spielten auf der anderen Bühne Five Finger Death Punch, mit dem Sänger Ivan L. Moody, der gut gelaunt ständig Witze machte, und den Fans mit seinem Hardrock den Rest gab.

So endete im Nebel und kaltem Wetter das diesjährige Rock am Ring Festival!

Insgesamt ein gut organisiertes und unvergessliches Wochenende!

Dank an Marek Lieberberg!

Übrigens, die Gerüchteküche für das nächste Jahr…VIER TAGE!?!

© RCR Sylvia Marinova

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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