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ZDF-Erfolgsserie in neuem Gewand: Ein Fall für zwei – Dreharbeiten auf Hausboot

Eine tiefe Freundschaft zwischen zwei Jungs. Auf dem Weg ins Erwachsenenalter trennen sich ihre Wege. Nach 20 Jahren plötzlich ein Wiedersehen. Was ist aus den gegenseitigen Versprechen und den Kindheitsträumen geworden? Können die scheinbar ungleichen Männer, die privat und beruflich am Scheideweg stehen, an ihre damalige Freundschaft anknüpfen und ihrem Leben eine neue Richtung geben?

Was nach einem tiefgründigen Drama klingt, ist tatsächlich der Grundtenor auf dem die neuen Folgen von „Ein Fall für zwei“ basieren. Seit Ende Juli entstehen in Frankfurt am Main die ersten Folgen der neuen Krimireihe. Der Serienklassiker mit Anwalt und Detektiv wird in neuer Form unterhaltsam und innovativ weitererzählt. Dabei schaffen die unterschiedlichen Charaktere und deren gegensätzliche Sichtweise auf das Leben Raum für humorvolle „odd couple“ –Szenen, die neben spannenden und ungewöhnlichen Krimiplots die Erzählhaltung der neuen Reihe prägen.

Da gibt’s den vermeintlich pedantischen Versicherungsanwalt und den raubeinigen Privatdetektiv mit fragwürdiger Vergangenheit. Beide raufen sich nach jahrelanger Trennung zusammen und gründen eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft auf einem alten Kahn am Mainufer.

Obwohl dicke graue Wolken während des Pressetermins über dem Eisernen Steg schweben, demonstrieren die Darsteller direkt die lockere Hausboot-Atmosphäre. Auf Liegestühlen sitzend werden die Füße erst mal beschwingt ins Planschbecken getaucht. Das Fernsehpublikum darf sich wohl auf ähnlich lässige Szenen ab 2014 freuen.

Doch der Zuschauer wird noch mehr überrascht, wie Schauspieler Antoine Monot jr., der den Advokat Benni Hornberg mimt, verrät. „Der Detektiv ist nicht korrupt und der Anwalt auch nicht spießig. Die Mischung macht‘s“, verrät Monot verschmitzt. Wie viel Spaß der Schauspieler bei den Dreharbeiten hat ist spürbar. „Die Findung der Freundschaft macht mir am meisten Freude. Herauszufinden wie der andere tickt und wo die charakteristischen Unterschiede liegen, ist wahnsinnig spannend“. Auch Wanja Mues der in die Fußstapfen von Matula tritt macht einen zufriedenen Eindruck. „Für mich ist es eine Ehre, den Detektiv in „Ein Fall für zwei“ zu spielen. Doch Ermittler Leo Oswald ist ein ganz anderer Typ als sein Vorgänger“, berichtet der gutgelaunte Darsteller, der auch schon mit Roman Polanski zusammenarbeiten durfte. Beide Schauspieler sind Fans der seit über 30 Jahren existierenden Serie. Sie sind aber auch der Meinung, man darf sich durchaus von Altbekanntem lösen und Frischem, ja, etwas ganz Eigenem, widmen.

Für einen reibungslosen Ablauf und eine entspannte Arbeitsatmosphäre sorgt auch Regisseur Andreas Herzog. Der grimmige Ausdruck des ehemaligen Cutters täuscht. Auskunftsfreudig plaudert er locker über die bisherigen Dreharbeiten. „Die Darsteller dürfen ihre eigene Persönlichkeit in die Figuren legen, und ich lasse ihnen beim Agieren viel Freiheit. Dadurch entstehen auch schon mal Dialoge, die nicht unbedingt jugendtauglich sind“, grinst Herzog. „Aber je länger wir mit der Kamera drauf bleiben und wir sie die Szene entwickeln lassen, desto mehr magische Momente entstehen, die von Lebendigkeit und Wahrhaftigkeit zeugen. Wir möchten dem Zuschauer die Möglichkeit geben, die Geschichte zu erleben“, so der sympathische Regisseur.

Ungeduldig wie Kinder im Süßigkeitenladen dürfen sich Krimifans von „Ein Fall für zwei“ freuen, denn wie Produzent André Zoch liebevoll verpetzt, werden die neuen Folgen actionreicher und schneller. „Wir wollten das Erfolgskonzept beibehalten, aber moderner und zeitgemäßer werden. Ich denke das ist uns durchaus gelungen, schon allein durch die Hauptprotagonisten, die viel privater und näher am Zuschauer sind, als in den alten Folgen“.

Die Vorfreude auf die Ausstrahlung ist den anwesenden Teammitgliedern ins Gesicht geschrieben. ZDF-Fernsehspielchef Reinhold Elschot weiter: „Wir wollen das Stammpublikum behalten, aber hoffen natürlich weitere Zuschauer dazu zu gewinnen. Wie gesagt, die Marke „Ein Fall für zwei“ ist etabliert, präsentiert sich aber in völlig neuem Gewand.“

Der Mund wurde uns wässrig gemacht, und wir freuen uns jetzt schon auf einen Anwalt, der zum Wadenbeißer wird, und einen Privatdetektiv, der Herz zeigt. Das Ganze in kauziger Kulisse auf einem knarrenden alten Kahn, gepaart mit – nicht nur beruflichem – Damenbesuch und ein herzerfrischender Humor. Sozusagen, eine kriminalistische Wundertüte.

© RCR Simone Wagner

© RCR Julia Stolze

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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