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Gleis 8 – Bleibt das immer so – Das neue Album mit AnNa R

Nachdem sich Rosenstolz in eine Pause auf unbestimmte Zeit verabschiedet haben, blieb für die Fans die Frage offen „War’s das?“ oder kommen sie zurück – jeder für sich solo oder doch gemeinsam?

Die erste Anwort lieferte im April Peter Plate mit seinem ersten  Soloalbum „Schüchtern ist mein Glück“.

Fast zeitgleich kam die Ankündigung von AnNa R. zu ihrem neuen Bandprojekt GLEIS 8, ohne dass man wirklich erfuhr, was dahinter steckt. Dazu gab es auch nur einen ein-minütigen Trailer zur ersten Single.

Am 24. Mai erschien dann endlich das Album von GLEIS 8. Der Albumtitel „Bleibt das immer so“ wirkt dabei zugleich wie eine Frage und ein Versprechen – Andrea Natalie Neuenhofen steht mit ihrer Stimme und als Frontfrau im Mittelpunkt des Interesses. Zugleich wird die Verantwortung für Musik und Texte auf mehrere Schultern verteilt, denn die Titel entstanden überwiegend in gemeinsamer Arbeit. GLEIS 8 – das sind neben Andrea Natalie Neuenhofen (AnNa R) als Sängerin die Musiker Manne Uhlig (Schlagzeug und Tasteninstrumente), Timo Dorsch (Multiinstrumentalist und Producer) und Lorenz Allacher (Bläser), der auch schon als Tourmusiker bei Rosenstolz dabei war. Gefunden haben sich die Vier laut eigener Aussage bei einer Geburtstagsfeier von Anna. Der Bandname erklärt sich schließlich daraus, dass zwei von ihnen in Berlin wohnen und die beiden anderen in Hamburg. Und der Zug von Berlin nach Hamburg auf dem Berliner Hauptbahnhof vom Gleis 8 abfährt.

Gleis-8-Bleibt-Das-Immer-So-Cover

Musikalisch kann man das Album durchaus als eine Weiterentwicklung von Rosenstolz in Richtung Rock betrachten.  Der Sound wirkt satter, flächiger, ist nicht so Keyboard-lastig. Durch die Hereinnahme von Gastmusikern an Cello, Orgel oder paraguayischer Harfe wird es auch abwechslungsreicher.  Die kleinen Soli an Trompete („Eine Sekunde“), Harfe oder Xylophon („Geh nicht“) sind das I-Tüpfelchen, das die Songs zu etwas Besonderem machen.

Textlich werfen die Songs mehr Fragen auf als sie beantworten. Die für die Fans wichtigste: sind es persönliche Lieder, die die Trennung von Anna und Peter betreffen, oder hat es gar nichts damit zu tun, wenn Anna z.B.  in „Alles ohne Dich“ singt „Ich fühle mich fantastisch / Besser denn je/ Du bist nicht mehr wichtig / Und es tut nicht mehr weh“?

Überhaupt dreht es sich in den Texten um Fragen unserer Zeit und zwischenmenschliche Probleme, wenn der Andere die eigenen  Erwartungen nicht erfüllt und den richtigen Moment verpaßt („Die Chance“) oder  man sich am Ende gegenseitig alles kaputt macht, was einst verband („Eine Sekunde“).

Gleich der erste Titel „Ändern“  wirft die Frage auf, wie sich jeder Einzelne verändern muß, um den Status Quo zu erhalten. Aber bleibt dann wirklich alles wie bisher oder wie wird die Zukunft aussehen, wenn wir uns ändern?

Im Titel „Teufel“ dagegen geht es um die menschliche Gier nach Macht und Erfolg, und daß man aufpassen muß, wenn man nur den finanziellen Erfolg im Blick hat, dabei nicht nur die Freunde , sondern am Ende auch sich selbst verliert.

Im letzten Track „Zeit“ geht es schließlich um die verlorene Zeit, die man verstreichen ließ, um Chancen, die man nicht genutzt hat, um dem anderen zu sagen und zu zeigen, wie wichtig er ist. Annas Stimme klingt dabei, als ob sie aus einer anderen Welt stammt und verzweifelt versucht, dem anderen noch hinterherzurufen „Bleib bei mir“.  Dazu ein stampfendes Schlagzeug und eine schrammelnde Gitarre, die die ganze entrückte Stimmung noch unterstreichen.  Toller Abschluss des Albums – davon möchte man mehr hören.

Vielleicht gibt es deshalb auch gleich eine Deluxe-Ausgabe mit einem Akustikset als Zugabe.

Für alle Neugierigen gab es auch bereits die ersten vier Konzerte im Berliner Astra und weitere werden sicher bald folgen.

Alle Infos dazu auf www.gleis8.net

© RCR Christian Behring

Photos: universal music /four artists

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