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Berlinale Tag 4: Religion und Sex

Gegensätzlicher kann ein Festivaltag nicht sein: Zum einen der Film „Kreuzweg“, der das komplizierte Leben der 14-Jährigen Maria schildert, die in einer streng gläubigen Familie lebt und dennoch wie ein normaler Teenager sein will, und zum anderen der mit expliziten Sexszenen gespickte Film „Nymp()maniac„, das neue Werk von Lars von Trier.

Wer „Kreuzweg“, den Film von Dietrich Brüggemann gesehen hat, weiß, dass diese Geschichte einen noch mehr mitnimmt und schockierender ist als der im vor hinein als Skandalfilm titulierte „Nymph()maniac. Das Schockierende an „Kreuzweg“ ist der radikale Fanatismus, der auch in manchen katholischen Kirchen zu sehen ist. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin Maria (Lea von Acken) ist gerade zu Anfang in den Szenen mit ihrer dominanten Mutter (fantastisch gespielt von Franziska Weisz) für den Zuschauer geradezu spürbar.

Alles, was Maria denkt und tut, muss die Prüfung vor Gott bestehen. Und weil dieser ein strenger Hüter ist, bleibt die Furcht vor dem Fehltritt ihre stete Begleiterin. Während Marias Mutter ihre Tochter mit harter Hand auf den Weg des Glaubens zwingt, schweigt der Vater meist und schaut in kritischen Momenten tatenlos zu. Als es zu Auseinandersetzungen mit Lehrern und Ärzten kommt, verstärken sich die Konflikte. Maria versucht verzweifelt, es allen recht zu machen und gerät so immer mehr ins Kreuzfeuer.

Der Film ist schauspielerisch glänzend gespielt und wird einem noch im lange im Gedächtnis bleiben. Den Pater Weber spielt im Film übrigens Florian Stetter, der bereits im Wettbewerbsfilm „Geliebte Schwestern“ als Friedrich Schiller zu sehen ist. Die einzelnen Szenen werden zuvor mit den 14 Stationen von Jesus’ Kreuzweg unterteilt und diese Stationen wurden jeweils in nur einer Einstellung abgedreht. Auch das ist bemerkenswert. „Kreuzweg“ startet am 20. März regulär in den deutschen Kinos.

© RCR Nadin Hornberger

© RCR Christian Behring

About Nadin

Nadin Hornberger liebt Promi-Geschichten sowie das Kino über alles und wird nicht müde, Events in der Hauptstadt zu besuchen. Dazu gehören auch Konzerte, vornehmlich im Rock-, Pop- und Elektrobereich, sowie Theaterpremieren und Vernissagen.

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