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Die Rückkehr der Weltmeister

Sonntag kurz vor Mitternacht war es endlich so weit. Nach 24 Jahren haben Jogis Jungs den Sieg nach Deutschland geholt. Nach einer langen Party und durchzechter Nacht stiegen unsere Fußballhelden in Rio in das Flugzeug der „Fanhansa“. Mit dem Siegerflieger LH 2014 ging es zurück in die Heimat, wo bereits hunderttausende Fans am Brandenburger Tor die Mannschaft sehnsüchtig erwarteten.

Bereits seit Montagabend campierten hart gesottene Fans vor den Absperrungen der Fanmeile, um sich die besten Plätze für die Siegesfeier zu sichern. Als dann die Sicherheitsleute am nächsten Morgen um sieben die Gitter öffnen, war der Ansturm überwältigend. Mit großem Tempo sprinteten die Fans los und ergatterten sich die heiß ersehnten Plätze vor der Bühne, um so nah wie möglich bei ihren Helden zu sein.

Fast eine halbe Million Zuschauer aus ganz Deutschland war angereist, um das Spektakel zu erleben. Ein Moment für die Ewigkeit. Die nationale Euphorie reichte bis in die hintersten Reihen. Überall, wo man hinblickte, waren die Farben Schwarz Rot Gold zu sehen. Gänsehaut-Feeling pur, die Stimmung war bombastisch. Manche, die schon seit 24 Stunden auf den Beinen waren, hielten sich tapfer. Die Moderatoren der ARD, Alexander Bommes, und des ZDF, Sven Voss, heizten die Meute ein. Für Unterhaltung sorgten u.a. DJ Ötzi, der schnell mal seinen Song umtextete und plötzlich ,,Ein Stern, der Jogis Namen trägt“ hinausträllerte. Fußballhymen aus vergangenen Jahren wurden angestimmt und sogar von RTL-Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben mitgesungen. Szenarien an der Fanmeile, die man so nur selten miterlebt.

Kurz nach zehn erschien dann am Himmel  die Boing 747 mit Schweinsteiger, Götze und Co. und flog zur Freunde der Massen mit einer Sondergenehmigung eine Ehrenrunde über die Fanmeile. Mit lautem Jubel und schwenkenden Fahnen bebte die Menge am Brandenburger Tor. Doch zunächst ging es ab Flughafen Tegel im Bus und dann ab Alt-Moabit im offenen Truck durch die Stadt, wo die Weltmeister von Hunderttausenden begeistert gefeiert wurden. Ab Hauptbahnhof wurde es dann so voll, dass es nur noch im Schritttempo voran ging.

Sieben Wochen lang waren unsere WM Jungs zusammen. 38 Tage lang mitfiebern um den vierten Stern. Und 18 Tore wurden geschossen. Sternstunden für Deutschland, die sie so nur einmal im Leben erleben werden.

,,Ein Hoch auf uns“ – Andreas Bourani, für den auch sein Sommermärchen wahr geworden ist, sang mit Stolz den Soundtrack zur Masseneuphorie, und jeder der 400.000 Menschen konnte es mitsingen.

Doch dann war es endlich soweit. Nach dem Siegeszug der Deutschen Mannschaft durch Berlin war der Truck zur Freude Hunderttausender endlich am Brandenburger Tor angekommen. Nachdem sie sich in das Gästebuch der Stadt Berlin eingetragen hatten, wollten die Moderatoren das Publikum nicht mehr länger warten lassen. Mit zwei Stunden Verspätung kamen unsere Jungs dann Grüppchenweise auf die Bühne, so wie sie wochenlang in den Bungalows des WM-Camps zusammen gewohnt hatten. Die WM-Helden haben sogar jeweils verschiedene Choreographien einstudiert. Trotz wenig Schlaf und heiserer Stimmen hielten sie sich wacker, mit sehenswerten Tanzeinlagen und präsentierten sich als wahre Weltmeister. ,,Jetzt haben wir das Scheißding endlich!“, grölte Schweinsteiger lachend ins Mikro. Klose, Götze und Co. dagegen krächzend in gebückter Haltung: ,,So gehen die Gauchos“ und dann tanzend in aufrechter Position: ,,So gehen die Deutschen“.

Ein großes Dankeschön gab es auch an die Menschen hinter den Kulissen, wie den Busfahrern und Physiotherapeuten. Pure Freude, wohin man schaute. Als krönenden Abschluss und zur Begeisterung der Jungs sang Helene Fischer, der Liebling der Mannschaft, ihren Song ,,Atemlos“ in WM-Form. Die Weltmeister bildeten zunächst einen Kreis um Fischer und tollten in einer Art Polonaise über die Bühne. Das Lied war während der WM in Brasilien einer der Favoriten des DFB-Teams

Eine Stunde wurde ausgelassen gefeiert, bis dann der Weg zum wohlverdienten Urlaub angetreten wurde. Während die einen sich schon erholen, mussten die Bayern Stars noch nach München jetten, wo sie ebenfalls ungeduldig erwartet wurden. Doch lange Zeit zum Faulenzen bleibt den Fußballgöttern nicht, denn bereits in acht Wochen geht es weiter. Zunächst ein Freundschaftsspiel gegen die altbekannten Argentinier und dann beginnen auch schon bald die EM-Qualifikationsspiele. Doch bis dahin heißt es erstmal: ,,Schwarz.Rot.Stolz“

© RCR Christina Hopperdietzel

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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