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Hessenpremiere „Die schwarzen Brüder“ mit Waldemar Kobus und echten Schornsteinfegern

Frankfurt am Main, Sonntagnachmittag: Waldemar Kobus posiert vor dem Metropolis Kino inmitten von hessischen Kaminfeger-Meistern in Uniform.

Nächste Woche startet der Kinofilm des Schweizer Oscar-Preisträgers Xavier Koller „Die schwarzen Brüder“ in Deutschland. Dafür ist Waldemar Kobus (der einige Jahre in Frankfurt gelebt hat) nach der Premiere in der Schweiz Ende letzten Jahres und nach der Deutschlandpremiere in Essen extra zur Hessenpremiere angereist. Er nächtigt ganz bodenständig im Wohnmobil, da fühle man sich auch unterwegs sehr zu Hause und morgen gehe es schon weiter zu einem Casting nach Amsterdam für einen niederländischen Kinofilm.

Bei der heutigen Hessenpremiere treffen wir auch den Produzenten Fritjof Hohagen, der mit Klaus Richter selbst das Drehbuch geschrieben hat, nach der Romanvorlage von Lisa Tetzner. Außerdem anwesend sind noch Wolfgang Herold (Ko-Produktion), Dr. Ursula Vossen von HessenInvestFilm, Günter Schmitteckert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Regina Kaczmarek (Agentin, location scout und vieles mehr) und weitere. Ebenso die Oscar-prämierte Firma Pixomondo ist vertreten, die diesmal nicht nur trickreich Film-Welten schaffen mußte, sondern auch neuere Bebauungen am Lago Maggiore verschwinden ließ, um sie in den historischen Urzustand zurück zu versetzen.

In der Schweiz war der Film der zweiterfolgreichste Film des letzten Jahres, obwohl er erst zum Jahresende anlief. Man habe quasi Hilfe von oben gehabt, erzählt Fritjof Hohagen, da in der Schweiz sogar manche Pfarrer in den Kirchen über den Film sprachen und einen Kinobesuch empfahlen, denn die Geschichte beruht schließlich auf wahren historischen Tatsachen:
Giorgio, ein Junge aus dem Tessin, der, als seine Familie in Not gerät, wie viele andere Tessiner Jungen an Mailänder Kaminfeger verkauft wird und unter schweren gesundheitlichen Bedingungen arbeiten muß. Aber trotz des spezifischen Schicksals, handelt es sich doch um zeitlose Themen wie Ungerechtigkeit, Widerstand, Freundschaft und Zusammenhalt und moralische Konflikte. Mancherorts habe man auch überrascht reagiert, daß die Problematik von Kinderarbeit und Ausbeutung auch zur jüngeren Geschichte Europas gehöre.

schwarzen brüder

Der Film ist ab 6 Jahren, und meine 7jährige Begleitung folgt der Geschichte fasziniert und nachdenklich und erlebt eine spannende, interessante Welt mit komplexen Charakteren und auch einigen lustigen Momenten. Dafür sorgt vor allem ein glänzender und sympathischer Waldemar Kobus in der Rolle des Kaminfegermeisters Rossi, der sensibel mit dem jungen Hauptcharakter, gespielt von Fynn Henkel, interagiert. Er schafft es, die richtige Dosis Humor einzubringen, die den Film sympathisch und leichter macht ohne dabei Respekt oder Gewichtigkeit des historischen Themas einzubüßen.
Moritz Bleibtreu zeigt schauspielerisch eine neue Seite als Antagonist. Den Bösewicht und Kinderhändler stellt er sehr vielschichtig und differenziert und trotzdem ganz greifbar dar. Auch Richy Müller und Dominique Horwitz nimmt man sofort den reflektierten Pfarrer bzw. rauen, schlagenden Trinker ab. Doch auch die Leistungen der vielen jugendlichen Darsteller sind nicht zu unterschätzen.

HessenInvestFilm förderte das Projekt mit 650.000,- Euro, die Schornstein-Szenen wurden in der Aeon-Halle/ Studio gedreht in Hanau bei Frankfurt, die sich durch ihre außergewöhnliche Höhe quasi als einzige dafür qualifiziert hatte.

Waldemar Kobus, stets freundlich, sympathisch und offen erzählt noch auf Nachfrage eines Presse-Kollegen von den Dreharbeiten mit dem Kollegen Tom Cruise in „Operation Walküre“, und lobt dessen große Kollegialität: beispielsweise spiele er auch bei der Aufnahme der anderen Schauspieler seinen Part ganz selbstverständlich immer persönlich und jedes mal mit vollem emotionalen Einsatz.
Waldemar Kobus scheint nicht weniger Enthusiasmus an den Tag zu legen, er ist so tief in das Thema eingetaucht, daß er sogar beim nächsten Treffen der Kaminfeger am Lago Maggiore teilnehmen will.

Bis dahin können wir mit einem Kinobesuch in die Thematik eintauchen und mit schönen Bildern aus Südtirol, aus dem Tessin und dem Lago Maggiore Giorgios ergreifende Geschichte miterleben.

Kinostart BRD ist der 17.04.2014.

© Julia Stolze.

About Julia

Julia Stolze ist Autorin, Schauspielerin und Ärztin. Außer Schauspiel und Chirurgie liebt die Frankfurterin besonders Science Fiction. www.juliastolze.de

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