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Hinterm Horizont – Interview mit Joachim Paul Assböck

Nach einer kurzen Pause während der Berlinale sind die Tore im Theater am Potsdamer Platz jetzt wieder für das erfolgreichste Musical Berlins geöffnet: Hinterm Horizont!

An dem Ort, wo einst die Mauer stand, wird heute an die deutsch/deutsche Geschichte erinnert und die Liebesgeschichte zwischen Udo und einem jungen Mädchen erzählt, das er 1983 in Ostberlin kennen lernte. Passend dazu werden seine Lieder gespielt und Szenen aus der deutschen Geschichte dargestellt.

Ein tolles Musical, das die Zuschauer am Ende von den Sitzen reißt. Kein Wunder, denn es ist eine gelungene Mischung aus Tanz, Schauspiel und Gesang vor einer beeindruckenden Kulisse.

Bilder © Stage Entertainment Berlin

Wir haben mit dem Darsteller Joachim Paul Assböck zwischen seinen Auftritten sprechen können. Er spielt in dem Stück gleich drei Rollen: Den Vater der Hauptdarstellerin Jessy, Dr. Werner sowie Prof. Scheuerlich.

Sind Sie immer noch aufgeregt vor den Auftritten?
„Ehrlich gesagt nicht mehr. Wir gehen ja jetzt ins vierte Jahr, da bin ich nicht mehr so doll aufgeregt.

Wie lange haben die Proben bis zur ersten Aufführung gedauert?
„Ich glaube wir haben im November angefangen und im Januar ging es dann los.“

Wie sind Sie auf das Musical „Hinterm Horizont“ gestoßen? Gab es ein Casting?
„Es gab eine Ausschreibung. Ich habe in der Stage Factory , einer Schule für Kinder und Jugendliche, Schauspiel unterrichtet. Ein Kollege von dort hat mich auf das Casting hingewiesen: Bewirb dich da mal, die suchen Schauspieler! Dann hab ich das gemacht, wurde zum Vorsprechen und Vorsingen eingeladen und es hat tatsächlich geklappt.

War Udo Lindenberg selbst bei einigen Proben dabei?
„Es gab vor den offiziellen Proben in Hamburg einen Workshop, bei dem ich nicht dabei war. Aber da war Udo auch anwesend. Er kommt ja auch immer wieder zu den Shows. Das ist ja sein „Baby“.“

Haben Sie eine Lieblingsszene/ ein Lieblingslied?
„Ich mag die ganze Show! Ich habe ja auch drei verschiedene Rollen. Nee, also es gibt nichts Spezielles. Ich mag alles!“

Was passiert, wenn jemand krank wird? Sind die Rollen doppelt besetzt?
„Ja, die Rollen sind sogar dreifach besetzt, weil es auch immer während der Show sein kann, dass jemandem schlecht wird und dann ist direkt ein Ersatz da. Das hat es auch alles schon gegeben. Dann wird die Position abgezogen und es rutschen wieder Leute nach. Es ist ja eine Long-Run-Show. Wir spielen ja eigentlich wirklich jeden Tag außer Montag und wenn jemand in den Urlaub fährt müssen Vertretungen da sein. Oder wenn jemand krank wird und ausfällt, dann ist auch immer eine Vertretung da.“

Haben Sie eine Lieblingsrolle die Sie bisher in einem Film gespielt haben?
„Ich habe vor einem Jahr in Russland gedreht. Das war ganz toll. Ich war einer von zwei Deutschen. Ich hatte da eine Hauptrolle und das war eine wahnsinnig tolle Arbeit. Das Thema war zweiter Weltkrieg und das las sich sehr Vaterländisch. Zusammen mit dem Regisseur wurde es aber noch etwas geändert. Da bin ich froh, dass er so geworden ist. Also nicht nur die bösen Deutschen, sondern eine Geschichte von zwei Menschen die in einer anderen Zeit vielleicht Freunde hätten werden können. Aber durch die Umstände des Krieges beide eigentlich ganz dramatisch enden.“

Stehen Sie lieber auf einer Theater-, einer Musical-Bühne oder vor der Kamera?
„Hat beides seine Vor – und seine Nachteile. Das Theater und Musical ist halt einfach dicht am Publikum dran und man bekommt sofort Feedback. Beim Film ist es immer ein kleines Team, da ist die Arbeit auch ganz anders. Auf der Bühne fängt man an und weiß man hat jetzt drei Stunden Show und spielt von A bis Z in einem durch in einem Rutsch durch. Man kann nichts mehr wiederholen. Beim Film dreht man nicht chronologisch und es werden dann auch oft Sachen wiederholt. Ich mag beides sehr gerne. Also ich glaube die Mischung machts.“

Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen? Hatten vorher noch einen anderen Berufswunsch?
„Ich habe ziemlich lange gesucht. In der Schule war ich in Bio und Chemie sehr gut und Forschung hätte mich auch interessiert. Ich habe auch ein langes Praktikum in der Krebsforschung gemacht und bin aber dann durch so einen Zettel von der Kirche wo es einen Tanzimprovisationskurs gab, in die Schauspielerei rein gerutscht. Da habe ich gemerkt, dass man mit dem Körper Sachen ausdrücken kann. Witziger Weise bin ich dann bei einer Schauspielschule in Köln vorbei gefahren, die ich vorher nie gesehen habe und habe dann da Kurse belegt. Daraus hat sich dann wirklich ein Berufswunsch ergeben.“

Gibt es denn eine Rolle die Sie unbedingt mal spielen wollen?
„Nee ich bin da eigentlich immer offen und habe schon eine ziemlich Bandbreite an Rollen gespielt. Es gibt jetzt nicht DIE Rolle wo ich sage, die möchte ich jetzt unbedingt spielen. Das schönste ist ja auch immer die Arbeit an anderen Projekten und bis jetzt toi toi toi waren es immer super Projekte.“

© RCR Katharina Weber

 

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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