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„Ich arbeite nicht in Themen, sondern in Qualitäten“ – Interview mit Minx-Designerin Eva Lutz

Man könnte sagen, Minx bedeutet gleich Wohlfühlen. Eva Lutz versteht es, die Frau, egal in welcher Situation, immer vorteilhaft und selbstbewusst aussehen zu lassen.

Was der sympathischen Designerin bei ihren Models am Wichtigsten ist und wie die Zusammenarbeit mit ihrem Team verläuft, hat Sie uns im Interview verraten:

Die Mercedes-Benz Fashion Week findet dieses Mal aufgrund der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor in Wedding statt. Wie finden Sie das?

Ich kenne die Location. Ich war bei der Hugo Boss Modenschau, und ich fand’s sehr schön.

Wofür steht das Label „Minx“?

Ich mache Mode für eine Frau, die weiß, was sie möchte und was sie trägt und die weiß, was sie will und die ihre Persönlichkeit unterstreicht. Ich möchte sie nicht verkleiden, sondern ich möchte, dass sie sich wohlfühlt. Außerdem soll die Mode, die sie trägt auch nachhaltig sein. In 1-2 Jahren soll sie sich sagen, ich mag das Teil immer noch so gerne und mag es mit neuen Teilen kombinieren. Das ist auch der Erfolg von uns, was ich so mitkriege. Es darf aber auf keinen Fall irgendwie klassisch sein, das meine ich nicht damit. Es muss modern sein, aber es muss eine Nachhaltigkeit in der Mode haben. Wir stehen ja alle mit beiden Beinen im Geschäftsleben, die meisten Frauen zumindest. Und es ist auch egal, ob sie Hausfrauen sind und Kinder haben. Ich möchte, dass sie mit ihren Kindern im Sandkasten sitzen und dann abends eine Kleinigkeit an Minx ändern und dann damit ins Theater gehen können. Das ist meine Mode.

Spiegelt der Stil Ihres Labels auch Ihren privaten Look wieder?

Ja, auf alle Fälle. Ich liebe es selber.

Was ist das Thema der neuen Kollektion?

Ich arbeite nicht in Themen, sondern in Qualitäten. Mich inspirieren die Qualitäten und das ist eigentlich jede Saison so. Ich arbeite nicht so: „Das ist mein Marine-Look“ oder „Das ist der Aufhänger“, sondern im Sommer ist es einfach diese Leichtigkeit. Für die neue Saison inspirieren mich immer die neuesten Qualitäten, d.h., es wird sehr luftig, sehr leicht und sehr stark fließende Materialien geben. Dann ändert sich ja der Look vom Styling her. Es wird leicht Oversize, da eben neue Proportionen entstehen, die aber auch wieder mit den anderen Teilen kombiniert werden können. Für mich sind eigentlich immer die Qualität und die Farbigkeit ausschlaggebend.

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Was ist Ihr persönliches Highlight der neuen Kollektion?

Leider gibt es nicht nur eins, sondern viele (lacht). Da möchte ich mich nicht auf eins festlegen.

Wie war/ist die Arbeit an der neuen Linie?

Ich überlege gerade, ob da etwas Spezielles war. Es ist einfach schön, wenn man sieht, wie sich eine neue Kollektion entwickelt, auch mit meinem Team zusammen. Ich habe einfach super Leute um mich herum. Die Arbeit an der neuen Kollektion ist immer eine sehr intensive Zeit von 6-8 Wochen, in der wir eng zusammen arbeiten. Es ist schön zu sehen, wie alles wächst, und auch die Freude meiner Mitarbeiter. Es gibt z. B. einen neuen weiten Hosenrock, wenn man sich da rantestet, wenn man den entwickelt, dass es wirklich so ein It-Piece wird. Das ist toll.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Models aus? Was ist Ihnen dabei wichtig?

Natürlichkeit. Auch die Größe. Ich möchte immer große Mädels haben und es müssen Typen mit gewisser Natürlichkeit und Persönlichkeit sein.

Wer sucht die Musik für die Show aus?

Ich, aber mit dem DJ zusammen. Der kennt mich mittlerweile ganz gut, wir arbeiten schon länger zusammen und das ist so witzig. Ich schicke ihm oft ein paar Stoffe usw., und dann fängt er an mit dem Entwickeln der Musik. Er komponiert auch selber und dann geht das halt über so eine Zusammenarbeit. Ich bekomme Vorschläge, und es geht immer wieder das hin und her.

Wie entstehen der Make-Up Look und das Haarstyling?

Das mache ich auch komplett selbst. Es muss zur Kollektion passen. Das entwickelt sich auch während der Kollektionszeit, also logisch, dass man darüber immer nachdenkt. Das ändert aber auch mehrmals wieder. Ich habe dann ja auch Fotoshootings für meine Image-Broschüren. Man arbeitet immer näher an den Punkt bis zur Fashion Week und dabei entwickeln sich viele Sachen und auf einmal weiß ich: „Ja, das ist es!“.

Haben Sie ein Ritual vor der Show? Sind Sie immer noch aufgeregt?

Ja, ich bin immer noch aufgeregt. Das gehört aber auch dazu. Ich glaube, wenn ich das nicht mehr bin, dann mache ich es nicht mehr (lacht). Es macht ja auch Spaß. Die Spannung soll ja auch sein und ich muss wirklich sagen, ich habe so tolle Menschen um mich herum, so viele kreative Menschen. Meine Choreografin, der DJ, mein Atelier… Es macht Spaß, wie sich diese Kreativität mit den verschiedenen Leuten zusammen entwickelt und auch so ein Feeling zu haben. Das passt einfach. Ich bin so froh mit den Menschen, mit denen ich arbeite.

Wen würden Sie am liebsten in Ihrer Front-Row sehen?

Ich freue mich über jeden. Ich bin ja schon sehr glücklich, dass Frau Auma Obama wieder kommt. Die war schon dreimal da. Sie ist ein totaler Minx-Fan und trägt auch sehr viel von uns und darüber freue ich mich riesig.

Wie geht es nach der Fashion Week für Sie weiter? Wie verbringen Sie den restlichen Sommer?

Erstmal geht es für mich gleich mit den Messen weiter, die ich besuche. Erstmal die Messe, wo wir verkaufen. Ich bin dann da auch zum Teil im Verkauf. Kundenkontakt ist mir sehr sehr wichtig. Dann gibt es auch schon wieder die neuen Stoffmessen für die Herbst/Winter 2015/2016 Kollektion, die gehen noch bis Mitte/Ende Juli. Und dann mache ich erstmal drei Wochen Urlaub.

Das Interview führte Jill-Sillina Mews

Titelbild: © Sylvia Marinova

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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