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„Ich bin niemand, der Backstage groß rumschreit“ – Interview mit Marcel Ostertag

Wenn Marcel Ostertags Kollektion auf der Mercedes-Benz Fashion Week präsentiert wird, schlagen Frauenherzen höher. Der „Fashion Hero 2013“ weiß einfach, wie man Frau am besten in Szene setzt.

Was in der Vorbereitungshektik für die neue Kollekion alles schief gehen kann, und wie der Designer die Models für seine Show gecastet hat, erfahrt ihr jetzt:

Die Mercedes-Benz Fashion Week findet dieses Mal aufgrund der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor in Wedding statt. Wie findest du das?

Ich find’s cool. Ich bin gespannt auf das neue Surrounding. Natürlich kenne ich Wedding nicht wirklich. Da kann ich auch nicht sagen, ob ich Wedding Fan bin oder nicht, aber ich bin gespannt auf die neue Location, auf das neue Surrounding und was ich total cool finde ist, dass wir dieses Mal den Laufsteg mitgestalten können. Dementsprechend finde ich es eigentlich ganz cool.

Wofür steht dein Label?

Auf alle Fälle für ein bisschen Glamour, ein bisschen Exentrik, hohe Qualität und Modernität.

Designst du für einen speziellen Typ Frau?

Das ist lustig, weil ich das ganz oft gefragt werde. Meine jüngste Kundin ist 14 und meine älteste ist 78. Ich denke, das sind Frauen, die keine Lust auf Stangenware haben. Unsere Sachen sind ja immer limitiert. Bei uns gibt es Sachen, die es wirklich nur dreimal bei uns im Laden gibt. Die „größeren“ Modelle gibt es auch ungefähr nur 30 Mal, was ja auch noch sehr wenig und überblickbar ist. Das finden die Damen eben sehr spannend.

Spiegelt der Stil deines Labels ein bisschen auch deinen privaten Look wieder?

Da ich nur Frauenkollektionen mache nur manchmal. Ich nehme halt manchmal so einen asymmetrischen Trend aus der Kollektion. Eine Bomberjacke oder so schlichtere Sachen. Der Rest ist ja schon sehr Kleider, Röcke und Blusen. Das trage ich natürlich nicht.

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Was ist das Thema der neuen Kollektion und wie wird es umgesetzt?

Das Thema meiner neuen Kollektion ist „Modern Bohemian Rapasody“. Es wird ein sehr leuchtender Sommer. Ganz viele bunte Farben, ganz viele Mustermixe, die miteinander gepatched werden. Von der Silhouette bleibe ich natürlich meinen Schnitten treu. Es wird wieder so späte 70es, Anfang 80es. Es wird auf alle Fälle sehr sehr jung und sehr sehr frisch werden.

Was ist dein persönliches Highlight der neuen Kollektion?

Definitiv ein leuchtend orangener Trenchcoat mit einer Franse dran. Den finde ich super cool. Dann gibt es da noch ein Thema, das bestickt ist. Davon finde ich eigentlich alles cool.

Wie war/ist die Arbeit an der neuen Linie?

Es ist gerade einfach ziemlich chaotisch, weil wir so viel auf einmal machen. Manchmal, da werden in der letzten Hektik falsche Sachen zugeschnitten, also aus dem falschen Stoff, dann ruft die Schneiderin wieder an, dass der Ärmel nicht zur Bluse passt, weil der andere Stoff zugeschnitten worden ist. Da gibt es viele verschiedene Sachen, die passieren können. Da wir Gott sei Dank immer so früh schon dran sind mit der Kollektion und wir jetzt quasi eigentlich schon fertig sind, haben wir natürlich auch noch genügend Zeit die Sachen, die schief gelaufen sind, zu ändern.

Nach welchen Kriterien wählst du deine Models aus? Was ist dir dabei wichtig?

Wir haben dieses Mal ein eigenes kleines Format mit diversen Sponsoring-Partnern, wie z.B. Maybelline, ins Leben gerufen, und da haben wir einen Aufruf gemacht mit dem Magazin „Jolie“ und auch bei uns auf den ganzen Facebook-Kanälen, dass man sich bewerben kann. Halt mit einer gewissen Mindestgröße, einem gewissen Mindestalter, und da haben sich tatsächlich über 500 Mädchen beworben. Von diesen 500 Mädchen haben wir die 30 besten, die uns am besten gefallen haben, per Video und Foto ausgewählt, um mit ihnen einen richtigen Workshop zu machen. Wir haben ein ganzes Wochenende trainiert und Catwalk-Training gemacht und mit Maybelline auch Make-Up Sachen ausprobiert und Haarlooks ausprobiert, und das war total spannend. Davon haben wir uns die besten 16 ausgesucht und die laufen jetzt im Juli in meiner Show.

Bist du vor der Show immer noch aufgeregt?

Also ich bin ehrlich gesagt überhaupt nicht aufgeregt vor der Show. Mir geht erst die Pumpe, wenn die Musik angeht. Davor bin ich relativ entspannt und auch relativ ruhig. Ich bin niemand, der Backstage groß rumschreit.

Wen würdest du am liebsten in deiner Front-Row sehen?

Cate Blanchett, Scarlett Johansson… also die Hollywood-Stars.

Wie geht es nach der Fashion Week für dich weiter? Wie verbringst du den restlichen Sommer?

Arbeiten. Ich muss direkt nach der Fashion Week nach Korea, weil ich, da kann ich noch nicht wirklich drüber sprechen, eine Koorperation mit einem großen Haus mache, und dann werde ich leider Gottes auch zu meinem Geburtstag in Korea sein, aber da werde ich mir den sicher auch lustig machen. Danach sind die ganzen Messen und Showroom Dates. Ich bin eigentlich bis zur letzten Augustwoche durchgeplant.

 

Das Interview führte Jill-Sillina Mews

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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