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Interview mit „The Baseballs“

Seit 2007 gibt es  die Rock’n Roll Band „The Baseballs“ bereits, bestehend aus Basti, Dinger und Sam. Große Erfolge erzielten sie mit ihrem Cover von Rihannas Hit Umbrella,  am 28. März veröffentlichen sie ihr neues Album „Game Day“ mit mehr eigenen Liedern als sonst. Ich sprach mit Basti von „The Baseballs“ über ihr neues Album, die Gründung und weiteres.

Gerade habt ihr euer viertes Album „GAME DAY“ veröffentlicht , worum geht es in diesem Album?

Das Besondere an dem Album ist eigentlich, dass wir das erste Mal mehr eigene Songs haben. Bisher haben wir ja hauptsächlich gecovert, und bei dem Album gehen wir jetzt den nächsten Schritt für uns als Band. Nachdem wir auf dem zweitem schon einen eigenen Song hatten, auf dem Weihnachtsalbum drei eigene Songs, machen wir jetzt das erste Mal von 17 Songs 14 eigene. Das war natürlich ein großer Schritt für uns.

 Wie kamt ihr darauf, das Album „GAME DAY“ zu nennen?

Das ist bei uns Tradition, dass wir dem Album keinen Titel verleihen der auf einen Song basiert, sondern versuchen einen Überbegriff zu finden. Da habe ich gesagt, einen Albumtitel zu finden, ist immer ähnlich wie einen Bandnamen zu finden. Da tut man sich schon ein bisschen schwer mit. Irgendwann stand „GAME DAY“ im Raum, was wir dann ganz schön fanden. Einfach aus dem Hintergrund, dass wir natürlich den Bezug zu Baseball haben, Spieltag in dem Sinne. Und wir natürlich auch die andere Bedeutung haben, dass wir uns gerade mit dem neuem Album wirklich auch spielerisch andere Wege gewagt haben, also mit einigen Sachen auch rumgespielt haben. Und ein Albumtitel ist ja nicht nur für das Album, sondern auch für die Tour. Um da von einem Bild zu reden, ist ja quasi jedes Konzert ein Spieltag. Das fanden wir in der Gesamtheit ganz schön und deswegen haben wir uns dafür entschieden.

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Wo habt ihr die Ideen für die Texte her?

Das ist ganz unterschiedlich. Wir haben zusammen geschrieben, teilweise mit Freunden, die als Songwriter unterwegs sind, um auch mal von außen Input zu bekommen. Und dann hat man teilweise eine Idee gehabt, wenn man mal unterwegs war in der Stadt, oder wir saßen zusammen, haben ein paar Akkorde zusammen gejammt, ein bisschen Melodie angedeutet und uns überlegt, Mensch wo könnte es einen Song geben. Beispielsweise „Mo Hotta Mo Betta“, unsere erste Single, ging so los dass als Erstes der Titel fest stand. Einfach mit dem Hintergrund, wir wollen auch mal so einen Songtitel haben, der ein bisschen an Little Richard erinnert. Der hat ja in den 50er Jahren unter anderem auch Songs gehabt, die einfach beim ersten Erscheinen songtechnisch keinen Sinn gemacht haben. So etwas wie „Tutti Frutti“. Und da kamen wir auf „Mo Hotta, Mo Betta“. Haben da ein bisschen durch die Gegend gegoogelt und dann haben wir darum eine Geschichte gebaut. Das lustige ist, dass jetzt viele, wenn sie den Song hören auf den Text achten und erstmal das Gefühl haben, ok da wird es jetzt um heiße Frauen gehen, ist aber gar nicht so. Worum es geht, verraten wir allerdings nicht, weil es nämlich viel mehr Spaß macht, wenn die Leute vielleicht mal sich selber dazu ihre Meinung bilden.

In dem Album sind größtenteils eigene Lieder drauf aber auch gecoverte, war es euch wichtig, noch Lieder zu covern?

Ja, das war schon ein wichtiges Element für uns. Weil damit hat alles angefangen bei uns, mit dem Covern ging es los. Wir wollten nicht komplett nur den neuen Weg einschlagen, sondern gerne auch etwas Bewährtes drauf haben. Dass es am Ende nur drei Cover Songs geworden sind, das war noch nicht mal geplant. Wir haben eher gedacht, wir machen 50:50, aber da hatten wir auf der einen Seite das Problem, dass momentan einfach nicht so viele Songs da sind, wo wir sagen, die eignen sich besonders gut, und auf der anderen Seite haben wir ungefähr 40 Songs geschrieben, und da waren so viele Gute dabei, dass wir gesagt haben, da nehmen wir doch eher eigene Songs.

 Machen wir einen kleinen Sprung in die Vergangenheit. 2007 begann alles, wie genau seit ihr zusammengekommen?

 Es gibt natürlich die wunderbaren Pressetexte, in denen steht, sie trafen sich in einem Proberaumkomplex, das war auch so, allerdings würde das Wort Proberaumkomplex kein Mensch benutzen, es war einfach ein Probebunker. Sind miteinander ins Gespräch gekommen, wir hatten damals schon die gleichen Träume und dadurch war relativ früh klar, wir haben auch ungefähr die gleichen musikalischen Interessen. Sind darüber noch ein bisschen ins Gespräch gekommen, haben an dem Abend noch rum gejammt. Um es abzukürzen, es hatte noch einige Monate gedauert, aber irgendwann machten wir dann mehr daraus.

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 Was hat der Name The Baseballs zu bedeuten? Habt ihr einen Bezug zu Baseball?

Nein, eigentlich überhaupt nicht. Sam hat mal bei einer Sportwoche in der Schule Baseball ausprobiert, aber ist jetzt auch nicht so die verbreitete Sportart in unserem Geschehen. Uns war völlig klar, wir wollten einen Bandnamen haben, der mit „The„ anfängt, dann aber nicht so einen klassischen wie Rockabilly Band aus den 80ern oder so was, sondern einen Bezug zu den 50ern herstellen, ohne dabei zu Klischee zu sein. Irgendwann kamen wir dann auf Baseball, der sehr für die amerikanische Lebenskultur steht. Fanden das in der Kombination mit „The Baseballs“ ganz gut und haben das dann genommen.

 Gab es auch noch andere Namen?

Ja, wir hatten Listen von 500 Namen. Wir haben Ewigkeiten überlegt, wie kann man sich nennen und haben teilweise angefangen alles, was wir auf Schildern gelesen haben, zu Bandnamen umzuwandeln. Beispielsweise waren wir beim Burger King und da stand dann Big Tasty, gibt „The Tasters. Da haben wir echt sehr sehr viel überlegt, sind am Ende aber froh, dass wir uns für „The Baseballs“ entschieden haben.

Ihr habt alle schon vor der Gründung eigene Songs geschrieben, wie kamt ihr dann auf die Idee Songs zu covern?

Als wir uns entschieden haben, eine Band zu formieren, war uns klar, wir wollen auf jeden Fall Rock’n Roll machen. Aber eine weitere Rock’n Roll Band, die Klassiker der 50er und 60er spielt, braucht es eigentlich nicht, es gibt genug gute, die das toll machen. Als junger Rock’n Roller fühlt man sich ein Stück weit als Aussenseiter, und wenn wir es schaffen könnten, einen Weg zu finden, jüngere Leute für den Rock’n Roll zu begeistern, kam dann auch die Idee, wenn man aktuelle Songs nimmt, die covert und sozusagen die Bekanntheit übernimmt, um dadurch den jungen den Rock’n Roll näher zu bringen, wäre es ja super, und das hat am Ende ganz gut geklappt.

 Wie entsteht bei euch ein Coversong?

Das es ist unterschiedlich. Zum Beispiel ist es so, dass einer von uns einen Song im Radio hört und sofort die Idee hat, Mensch geil, das könnte als Rock’n Roll funktionieren, vielleicht sogar einen Original Song aus den 50ern dazu hat, den man als Vorlage nimmt für das Cover. Und das einfach mal vorschlägt im Proberaum mit der Band zusammen, und dann probieren wir es einfach aus, und wenn das dann funktioniert, ist es super.

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Songs aus?

Vor allem müssen sie sich dafür eignen, im Rock’n Roll zu sein. Natürlich sind das jetzt nicht alle unsere mega Lieblingssongs, teilweise sind es Songs, die wir echt ganz gut finden und sagen, den würden wir gerne ein bisschen anders hören, oder Songs, wo wir dachten, die finden wir insgesamt noch nicht so cool, aber da kann man locker noch was draus machen. Das ist wirklich nach Gefühl und Machbarkeit.

Wie geht ihr mit Negative Publicity um?

Negative Publicity hatten wir zum Glück bisher noch gar nicht, dass kann aber jedem Künstler passieren. Da kann man nur versuchen, ein Stückt weit darüber zustehen, auch gerade was Kritik angeht. Wir kennen das ja, es gibt Kritik aus der Rockabilly Szene, dass wir so kommerziell wären und bisher nur gecovert hätten, und man sich da sagt, Leute Rock’n Roll Geschichte in sechs Sätzen bitte. Die großen Künstler der 50er und 60er haben sich alle gegenseitig gecovert. Insofern kann man da vieles nicht so ernst nehmen, was da an Kritiken ausgesprochen wird. Wenn uns jemand konstruktiv etwas mitteilen möchte, freuen wir uns natürlich darüber, aber es gibt auch viele Sachen, die einfach sinnlos geäußert werden. Da muss man einfach darüber stehen und nicht an sich ran lassen.

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Wie macht ihr das mit eurem Styling, seit ihr auch privat so?

Ja, klar. Das war ja unser Erkennungszeichen, als wir uns das erste Mal gesehen haben. Das haben wir auch schon immer gehabt. Die Klamotten bekommt man ja mittlerweile zum Glück in jedem Klamottenladen. Wir sind ja auch nicht durch und durch gestylt auf Rockabilly, weil wir auch kein Rockabilly sind. Wir halten uns da wegen unserer Musik. Wir mischen das Ganze, haben gerne Elemente, die nach hinten kommen und auch gerne moderne Sachen.

Wie pflegt ihr den Kontakt zu euren Fans?

Muss man sagen, dass es heutzutage relativ einfach ist, den Kontakt zu den Fans zu pflegen über Social Media, Facebook und Co. Da kann man natürlich sehr sehr schnell ein direktes Feedback bekommen und sehr direkt kommunizieren, das nutzen wir auch rege. Darüber versuchen wir immer, nah dran zu sein.

 Welche Zukunft wird der Rock’n roll in Europa eurer Meinung haben?

 Es gibt nicht umsonst den Ausspruch, Rock’n Roll never dies. Das durften wir glücklicherweise die letzten Jahr auch feststellen. Da hoffen wir, dass das ein Weilchen sich noch so hält und bleibt. Das ist so eine verbreitete Kultur in ganz Europa. In Schweden hat man beispielsweise das Gefühl, jeder Zweite hat einen Oldtimer und dann gibt es riesengroße Oldtimerfeste, wo dann auch Rock’n Roll Bands spielen. Das ist schon echt eine Kultur, die nicht aus den Köpfen der Europäer wegzudenken ist. Das Schöne daran ist auch, dass alle gleich damit was anfangen können, egal ob man in Spanien ein Konzert spielt oder im Nordwesten von Finnland, die Leute feiern das fast gleich ab, und das zeigt eigentlich auch, wie die Musik verbindet, und ich hoffe, das bleibt so.

Welche Ziele möchtet ihr noch erreichen?

Wir sind bisher optimal damit gefahren, dass wir uns keine Ziele gesetzt haben. Unser Ziel war einfach immer nur, unsere Musik zu machen, Spaß dabei zu haben, den Spaß zu den Menschen zu bringen. Jetzt auch bei Konzerten vor allem die Leute, die zu unseren kommen, zwei Stunden optimal zu unterhalten. Wenn wir das so weiter machen können, sind wir total happy. Da halten wir uns nicht an Verkaufszahlen oder irgendwelche Preise, sondern wirklich daran, mit unserer Musik zu den Leuten zu kommen, wie viele das auch immer sind.

© RCR Yannik Bikker

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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