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Romy Haag: Wunschkonzert – und kleine fiese Geschichten aus dem Showbiz

Es wird keine Zeit vertrödelt – Vorhang auf, Musiker rauf, und Romy rockt. Nebenbei versprüht sie jede Menge Glamour und übt punktgenaues Timing als Bühnendiva. „Das habe ich euch zu verdanken“, sagt sie, ganz zickige Diva, „dass wir heute ein Sammelsurium haben von Brel über Knef bis Jackson.“ Der ausgebuchte Kabarett-Saal lacht.

Damit trifft Romy Haag den Ton des Abends bei den „Wühlmäusen“ im Berliner Westend, der da heißt „Romy singt dein Lied“. Bis Ende Dezember hatten Fans die Möglichkeit, online (per Mail oder Twitter) ihre Musikwünsche abzugeben. Romy und ihre Band haben daraus ein Konzertprogramm gemacht, das der Zufallskurve des Fan-Faktors folgt.

Die Fans danken es der Künstlerin, klar, es ist ja ihr Abend. Spätestens bei der Interpretation eines Hilde-Knef-Klassikers werden im Theatersaal gelbe und violette Leuchtstäbe geschwenkt. Von der Sorte, wie man sie bei den Techno-Raves der 90er im Haar trug. Feuerzeuge sind schließlich verboten, und irgendwie muss die Liebe ihre Form finden.

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Romy Haag, 63 Jahre alt und verlässlich gut mit orange-blondem Lockenhaar zum Glitzerkleid, weiß diese Liebesbekundungen zu schätzen. Sie ist charmant, sie ist frivol, und sie ist sehr deutlich, wenn es um Homophobie geht. Da ist die Diva beim Kern der Sache, der Würde des Menschen, da erinnert sie an die Unterdrückung der Schwulen in der Nachkriegs-BRD, da verhöhnt sie Putin und wirft die Regenbogenfahne der Schwulen- und Lesbenbewegung als Schal um die Schultern.

Natürlich erzählt Romy Haag auch kleine fiese Geschichten. Aus den 80ern, als der Manager von Hilde Knef bei der BILD-Zeitung ausplauderte, die Knef hätte sich liften lassen. „Damals ein Skandal!“ Und wie Marika Rökk dazu meinte, eine häßliche Frau bliebe häßlich, geliftet oder nicht.

Romy Haag singt mit Hingabe und Pathos ihr „buntes Sammelsurium“ durch, Songs von Jacques Brel, Friedrich Hollaender und eigene Stücke. Klassiker dürfen nicht fehlen, wie etwa Zarah Leanders Schmonzette „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, und das großartige Kurt-Weill-Stück „Surabaya-Johnny“, ein Hit aus dem heute fast vergessenen Musical „Happy End“ (1929), dem Nachfolgestück der „Dreigroschenoper“.

Am Ende ist es nicht nur Champagner-Laune, sondern auch die Poesie des großen Gefühls, das die Künstlerin in den Saal fliegen lässt. „Mein Bett ist groß“, singt Romy Haag, „und ich träume vom Frühling, und der Frühling wird kommen.“

© RCR Jana Sittnick

Romy Haag „Wunschkonzert“ läuft wieder am 23. August.

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About Jana

Jana Sittnick ist Autorin und Berlinerin. Ihr Augenmerk gilt den Menschen mit besonderen Eigenschaften. Jana schreibt Texte für Print und Online, auch Stories, Szenen und Reime.

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