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Anne Will wählt „21 Gramm“

In der Reihe „Mein Film“ der Deutschen Filmakademie stellen Prominente in unregelmäßigen Abständen ihren Lieblingsfilm vor. Am Donnerstagabend, dem 5. März, lief in der Astor Film Lounge am Kurfürstendamm der Favorit der Fernsehjournalistin Anne Will. Sie wählte das Drama „21 Grams“ von Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu. „Dieser Film tippt die großen Fragen an: Was macht uns aus? Was bleibt von uns?“, begründete sie ihre Wahl.

Im anschließenden Gespräch mit Filmakademie-Mitglied Marc Bauder blieb Anne Will noch lange bei dieser Frage. Sie glaube eigentlich nicht an „so was“, aber „wenn man einen so schweren Verlust erleidet, wie Cristina in diesem Film, wäre es doch gut, es gebe eine Seele“, resümiert die 48-Jährige.

Begrüßt wurden Anne Will und das Publikum im voll besetzten Kinosaal von Iris Berben, Präsidentin der Deutschen Filmakademie, und Tobias Rüther von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

21gramm

Ein Film über Schicksal, Leben und Tod

Alejandro Iñárritu erzählt in „21 Gramm“ von drei Menschen, die durch einen Verkehrsunfall aufeinander treffen und ab da schicksalhaft verbunden sind: Paul Rivers (Sean Penn), ein herzkranker Mathematikprofessor, der auf ein Spenderherz wartet, Jack Jordan (Benicio Del Toro), ein ehemaliger Häftling, der fanatisch seinen christlichen Glauben lebt und Cristina Peck (Naomi Watts), Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern, die diese Familie bei dem von Jack verursachten Unfall verliert.

Michaels Herz schlägt in Pauls Brust

Paul bekommt das Herz ihres Mannes Michael. Er will wissen, wer gestorben ist und dadurch ihm das Leben gerettet hat. Er sucht und findet Cristina und sie verlieben sich.
Und als ob das nicht schon Tragödie genug ist – Pauls Körper stößt nach einiger Zeit das neue Herz ab. Zum zweiten Mal liegt er im Sterben und zum zweiten Mal verliert Cristina ihren Mann.
Für Anne Will ist das ebenfalls eine Tragödie: „Er stirbt. Mist! Ich wollte ein Happy End!“, sagte sie während der Diskussionsrunde nach dem Film. Die ergreifendste Szene war für sie allerdings die, in der Paul Cristina erklärt, warum er sie gesucht hat.

Die Seele wiegt 21 Gramm

Der Titel des Films bezieht sich auf das angebliche Gewicht der menschlichen Seele. Der amerikanische Arzt Duncan MacDougall versuchte vor gut einhundert Jahren, die Existenz der Seele zu beweisen. Er war überzeugt, dass sich die Seele im Gehirn befinde und zum Zeitpunkt des Todes den Körper verlässt. Deshalb müsse ein Gewichtsunterschied vor und nach dem Tod messbar sein. Er wog also Sterbende vor und nach ihrem Tod und kam im Mittel auf einen Gewichtsverlust von 21 Gramm.
In Iñárritus Film hält die Kamera am Ende auf den im Sterben liegenden Paul: „Wir alle verlieren 21 Gramm in dem Moment, in dem wir sterben. Es könnte das Gewicht der Seele sein.“

© RCR Heidrun Berger

© RCR Laurenz Carpen

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: „Heute ist die gute, alte Zeit von morgen“.

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