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„Mode als Ausdrucksmittel“ – Interview mit Jennifer Brachmann

Mit welchen drei Wörtern würdest du deine neue Kollektion beschreiben?

urban-chique, minimalistisch-elegant und sommerlich-leicht

Für wen ist die neue Kollektion?

Für alle Männer, die ihrer individuellen Version männlicher Identität kreativ Ausdruck verleihen und dabei gleichzeitig den Code und den Stil der klassischen Männermode respektieren wollen.

Wenn du die Kollektion mit einem Tier beschreiben müsstest, welches wäre es dann und warum?

Ein Hybrid aus Panther und einem Falken. Ein Hybrid deshalb, weil ich auch Cross-Over verschiedener Klassiker designe. Panther und Falke deshalb, weil beide sehr elegante Tiere mit sehr geschmeidigen Bewegungen sind.

Wenn deine Kollektion nur eine einzige Farbe haben und nur aus einem einzigen Stoff bestehen dürfte. Was wäre dann deine Wahl und warum?

Für die neue Saison Spring/Sommer 2016 würde ich sagen: Das ist ein sehr edler Leinenstoff in einem hellen Swimmingpoolblau. Im Winter würde ich vermutlich Merinowolle sagen und als Farbe Burgunder.

Wann hast du angefangen, die ersten Ideen für die neue Kollektion zu sammeln und wann ging der Prozess der Anfertigung los?

Die ersten Ideen habe ich eigentlich schon während der Entwicklung der jeweils vorhergehenden Kollektion. Ich entwickle manche meiner Ideen von Saison zu Saison weiter. Wenn man sich einen Ruck gibt und sagt, jetzt fange ich mit der neuen Kollektion an, entstehen neue Ideen fast wie von selbst während des Experimentierens im Designprozess. Dazu kommen dann aber auch immer neue Einflüsse aus der Kunst und der Pop-Kultur. Anfang Januar habe ich in einem Magazin zum Beispiel ein Bild aus einem David Cronenberg Film aus den Siebzigern gesehen, da war mir sofort klar, das ist meine Farbstimmung für die neue Kollektion. Das Bild hängt jetzt an meinem Moodboard und hat mich vorher auch bei den Entscheidungen beim Stoffkauf beeinflusst, also bei Entscheidungen über Stoffart, Farbe, Textur und so weiter. Und dann haben wir während des Gallery-Weekends Berlin im Mai zwei Ausstellungen gesehen, von Martin Eder „Those Bloody Colours“ und von Riss Chisholm „Last of the raking light“. Beide arbeiten daran, klassische Formen und Techniken in der Malerei heutig zu interpretieren. Das fand ich auch sehr inspirierend.

Wie würde ein Kleidungsstück aussehen, das du NIEMALS entwerfen würdest?

Im Moment denke ich zum Beispiel nicht an Jogginghosen und Bomberjacken. Aber wenn ich die mir mal vornehme, würde ich sie post-klassisch verfremden.

Gehst du gerne shoppen?

Ja, am liebsten tatsächlich auch Mode, während ich den täglichen Einkauf jetzt nicht so hinreißend finde. Am liebsten kaufe ich bei befreundeten Designern ein, am liebsten im LNFA im Bikini Berlin. Dort hängen viele junge Label wie zum Beispiel Birthdaysuits von Luise Walleneit oder Luxaa von Anne Trautwein, die immer sehr spannend sind.

Wenn du ein Kleidungsstück wärst: Welches wärst du dann, warum genau das und von wem und wo würdest du gerne getragen werden?

Ich wäre ein leichter Sommermantel aus dunkelblauer Merinowolle in einem Kimonoschnitt mit Kapuze, und ich würde von mir selbst getragen werden.

Wie viele paar Schuhe besitzt du? Wie viele Paar Schuhe sollte Mann/Frau mindestens besitzen?

So viele, dass ich jetzt nicht die genaue Anzahl weiß. Wenn ich das mal so überschlage, denke ich, so an die zehn paar Schuhe brauchen wir schon, um in unserem Alltag immer anlassgerecht gekleidet zu sein.

Was war bis jetzt Dein persönlicher Fashion Fehlkauf?

Das war mal ein Kleid, das ich kein einziges Mal angezogen habe. Ich weiß auch nicht, was mich damals beim Kauf geritten hat. Zu Hause jedenfalls ging das gar nicht.

Bitte beende den Satz: „Mode kann…“

…uns in unserem Alltag immer wieder aufs Neue zeigen, welche Vielfalt an Möglichkeiten uns durch menschliche Kreativität in jedem Moment zur Verfügung stehen. Mode kann uns sagen, dass uns die Tradition nicht bindet, sondern dass wir auf ihrer Basis stetig neue Formen und Silhouetten kreieren können, die die Schönheit der Menschen in immer wieder neuer Ästhetik unterstreichen und zelebrieren. Und deshalb kann Mode auch für jeden Einzelnen von uns ein Ausdrucksmittel sein, in seinem Alltag die eigene Kreativität und Individualität auf eigene Weise zu kommunizieren.

Brachmann – 7.7. 2015, 11 Uhr, STAGE

© RCR Jill-Sillina Mews

Foto © René du Vinage

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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