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Kleine Stadt – großes Kino: Jördis Tielsch im Interview

Am 28.08. ist es soweit: Das Debütalbum von Jördis Tielsch „Kleine Stadt – großes Kino“ kommt in den Handel. Genaugenommen ist es gar kein Debüt. Denn es gibt bereits ein selbstproduziertes Demo-Album und eines, das sie gemeinsam mit den WISE GUYS produziert hat. Diese beiden sind allerdings nur im kleinen Rahmen erschienen. Jetzt also das erste, das bei einem großen Label (105music / SONY Music) erscheint. Dazu bekam sie die Unterstützung eines erfolgreichen Produzententeams. Frank Ramond und Jörn Heilbutt nahmen sich ihrer an. Herausgekommen ist ein Album, das in 14 Songs Geschichten erzählt, die in Jördis’ Leben gerade eine Rolle spielen, die sie persönlich beschäftigen aber auch Allgemeingültigkeit haben. Es geht natürlich ums Erwachsenwerden, um das sich Abnabeln von zuhause, um die Entdeckung der Großstadt – und die Sehnsucht nach der Heimat, die große Liebe und den Trennungsschmerz, eben all das, was eine 20-jährige gerade so beschäftigt. Das persönlichste Lied ist sicherlich „Leben“. Es handelt von einer persönlichen Begegnung mit einer Frau, die im Sterben liegt: „Ich habe auf der Beerdigung dieser Frau gespielt, das war ihr Wunsch – ein buntes, lebendiges Begräbnis sollte es sein. Das alles hat mich sehr berührt und beeindruckt, besonders dieser Lebenswille bis zum Tode.“ Die Lieder und Texte haben Tiefe, klingen aber leicht, beschwingt und optimistisch – so wie Jördis selbst auch ist. Eine junge Musikerin, die sich gerade aufmacht, mit ihrer Musik die Welt zu entdecken- offen für Neues aber dabei nie die Bodenhaftung verlierend.

"Joerdis Tielsch", Photocall zum Debuetalbum "Kleine Stadt Grosses Kino" (erscheint am 28.08.15) am 19.08.2015  im Restaurant ALTES ZOLLHAUS Berlin, Carl-Herz-Ufer 30, 10961 Berlin, Germany, (Photo: Christian Behring, www.christian-behring.com)
Joerdis Tielsch im Restaurant ALTES ZOLLHAUS (Photo: Christian Behring, www.christian-behring.com)

Vergangenen Mittwoch gab es die Gelegenheit die sympathische Musikerin persönlich kennenzulernen. Nach München und Frankfurt führte die Promotionstour Jördis Tielsch ins Berliner Restaurant „Altes Zollhaus“ in Kreuzberg. Zunächst gab sie der Berliner Presse eine kleine Live-Kostprobe, bevor sie uns dann Rede und Antwort stand:

Kannst Du Dich für diejenigen, die Dich noch nicht kennen, kurz vorstellen?

Ich bin Jördis Tielsch. Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt. Ich komme aus Sinn, ich bin auf dem Land groß geworden. Dieses Jahr ist ein besonders Jahr, weil mein Debütalbum erscheint und jetzt bin ich gespannt, was passiert.

Wie würdest Du Deine Musik beschreiben?

Singer-Songwriter, Akustik-Pop mit folkigen Elementen, und die Geige spielt natürlich eine ganz wichtige Rolle, das ist immer Farbe und die hat natürlich so etwas Folkiges.

„Kleine Stadt großes Kino“ – warum gerade dieser Titel als Albumtitel?

Das hat natürlich etwas damit zu tun, wo ich herkomme. Ich komme ja vom Land und bin jetzt für die Aufnahmen immer nach Hamburg gefahren. Hab` so `n bisschen Großstadtluft geschnuppert. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht. Das war alles sehr spannend. Für mich war das zu Anfang alles fremd, wenn man in die Großstadt kommt, für Jemanden, der vom Land ist, ist das anders, viel anonymer. Man sitzt sich in der S-Bahn gegenüber aber nimmt sich gar nicht richtig wahr, und das kenne ich so krass nicht vom Land.

Im Pressetext stand, dass Du Dich fürs Album mit Frank Ramond zusammengetan hast. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und wie groß ist der Anteil von Frank Ramond an dem Album? Wieviel Jördis steckt im Album?

Frank Ramond war schon immer ein Name, den ich im Kopf hatte, weil wir in der Band zum Anfang einen Titel von Annett Louisan gecovert hatten, „Chancenlos“, so wurde ich auf Frank Ramond aufmerksam. Und als ich den Plattenvertrag unterschrieben hatte, stellte sich die Frage: ok, mit wem arbeitest Du zusammen, und da wurde sehr schnell klar, dass das Frank Ramond sein könnte oder müsste. Dann haben wir uns zu einer Songwriting-Session getroffen, um zu testen ob die Chemie stimmt. Dann haben wir uns zu weiteren Songwriting-Sessions getroffen. Das lief immer so ab, dass ich mit ganz vielen Ideen im Gepäck nach Hamburg kam und mit Frank und Jörn Heilbutt (der ist ja auch noch daran beteiligt) darüber gesprochen habe. Wir haben uns ausgetauscht, dann haben wir schon mal eine Refrainzeile festgelegt, eine Strophe schon mal aufgebaut, Jörn hat sich mit einer Gitarre dazugesetzt, wir haben schon mal dazu gesummt. Insofern ist das schon ein gemeinschaftlicher Prozess. Wobei Frank und Jörn das schon alleine ausgearbeitet haben. Es gibt aber auch einen Song, den ich gemeinsam mit meinem Gitarristen Peter Schneider geschrieben habe, und zwei Songs, die mit Daniel „Dän“ Dickkopf von den WISE GUYS entstanden sind.Joerdis_Tielsch_Album-cover

Die WISE GUYS haben Dich auch sehr gefördert?

Genau, das begann 2009 bei einem Konzert in Siegen. Und 2010 im September war ich das erste Mal in der Kölner Philharmonie dabei. Das war natürlich ein großartiges Erlebnis, eine ganz tolle Erfahrung.

Du hast mit ihnen auch ein Album aufgenommen. Wie unterscheidet sich die Arbeit jetzt gegenüber der von damals?

Ich bin natürlich erwachsener geworden. Die Themen unterscheiden sich zu denen von damals. Wir haben angefangen, Songs zu schreiben, da war ich 14, 15. Es gibt aber trotzdem Themen von damals, die wir jetzt noch mal neu produziert haben, um sie auf das „Debütalbum“ zu packen und das freut mich natürlich sehr. Das ist jetzt das erste Mal, dass eine Plattenfirma dahinter steht, so dass das Album überall erhältlich sein wird. Und es hat mich riesig gefreut, dass die zwei Songs mit „Dän“ auf dem Album zu hören sein werden.

Wie entstehen die Texte, solche Zeilen wie „Das Glück steckt in den kleinen Dingen“? Brauchst Du eine bestimmte Inspiration?

Das ist ein Song, der gemeinsam mit Daniel entstanden ist. Ich hab ihm ganz viele Mails geschrieben mit Dingen, die mich beschäftigt haben, und ich fand es spannend, einen Song zu schreiben über die kleinen Dinge im Leben, über die man schmunzelt, über die man lacht, die man ab und zu auch gar nicht wahrnimmt weil man zu vertieft ist in andere Dinge, und dass es manchmal wichtig ist, die Augen zu öffnen.

„Sehnsucht nach Leben“ – hört sich so an, als ob das auch genauso für Dich gilt?

Ja, das ist der persönlichste Song, das stimmt. Weil es die Phase beschreibt, in der ich gerade bin. Das ist so eine Aufbruchsstimmung, so eine Entdeckungslust, mich auf den Weg zu machen, die Welt zu entdecken, wegzugehen von der kleinen Stadt.

Am 28. August erscheint das Album. Wie sind die Erwartungen?

Für mich ist es so, man darf das nicht blauäugig sehen mit dem Plattenvertrag, dass man jetzt groß Karriere macht. Es ist toll, dass ich die Möglichkeit hab, dass das Team sich so bemüht. Dass ich das Gefühl hab, die wollen mich wirklich unterstützen und auch langfristig da was aufbauen. Aber ich glaube, man darf da auch nicht zu verbissen sein, die Karriere zu wollen. Ich will Musik machen. Natürlich liebe ich die Bühne, ich will auf die Bühne, aber ich kann mir auch vorstellen, Musik zu machen und nicht berühmt zu sein. Ich glaube, es geht darum, dass man ein Publikum hat, dass man Menschen hat, die man berührt. Ich lasse es auf mich zukommen, ich bin gespannt, was passiert. Ich hab da jetzt keine konkreten Pläne.

Wie sehen Deine nächsten Pläne aus? Du ziehst nach Köln um und fängst ein Studium an, steht das jetzt im Vordergrund?

Das ist eine gute Frage. Natürlich ist mein Traum, auf der Bühne zu sein. Aber mir ist auch wichtig, dass ich mich weiterentwickle. Und ich glaub, eine Ausbildung ist nicht verkehrt. Ich hab Lust, neue Musiker kennenzulernen, mich mit ihnen auszutauschen. Ich glaub, das Studentenleben ist auch eine Erfahrung, die man machen sollte. Insofern versuche ich das parallel hinzubekommen. Ich hab natürlich auch Angst, dass das nicht funktioniert. Und das wird sich zeigen.

Danke für das Interview.

Alle, die Interesse an dem Album haben, können uns schreiben. SONY MUSIC hat uns vier Exemplare für Euch überlassen.

 

REDCARPET REPORTS

verlost

4 x das Album

„Kleine Stadt – großes Kino“

von Jördis Tielsch

 

Um an unserer Verlosung teilzunehmen, schreibt eine Mail an: Gewinnspiel(at)RedCarpetReports.de mit den Stichworten „Jördis Tielsch“. Die Gewinner werden nach Ablauf der Teilnahmefrist am 15.09.2015 per E-Mail benachrichtigt.
Teilnahmebedingungen: Teilnahmeschluss der Verlosung von RedCarpetReports ist der 15. September 2015. Die Teilnahme an der Verlosung setzt die rechtzeitige Einsendung voraus. Nicht teilnehmen dürfen Mitarbeiter des o.g. Unternehmens und deren Angehörige. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Automatische Gewinnspieleinträge sind nicht gestattet.
© RCR Christian Behring, 19.08.2015

Coverphoto: Det Kempke

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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