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Keith Richards‘ schielendes Herz

Spätestens seit der Vorab-Single „Trouble“ warten alle Stones-Fans darauf. Jetzt ist es endlich raus – das neue, 3. Solo-Album von Keith Richards „Crosseyed Heart“. Seit 18.09.2015 gibt es das Album als CD, digital und auch ganz klassisch als Vinyl. Mehr als 20 Jahre ist es inzwischen her, seit sein letztes Solo-Album erschienen ist ( „Talk Is Cheap“ – 1988, „Main Offender“ – 1992). Und auch das letzte Studio-Album der Rolling Stones „A Bigger Bang“ liegt schon 10 Jahre zurück. In der Zwischenzeit veröffentlichte er seine Biografie („Life“ – 2010) und ein Kinderbuch („Gus und ich“ – 2014). Ansonsten wurde es ziemlich ruhig um die STONES. Eigentlich hat aber auch niemand wirklich damit gerechnet, dass noch etwas Bemerkenswertes bei ihnen passiert. Außer vielleicht Keith Richards selbst. Wie er selbst in einem Interview sagt, sind „die Stones … eben wie ein Grizzlybär, der sich manchmal für vier, fünf Jahre einfach einrollt und schläft.“ Wenn ihm klar wird, dass „die Stones mal wieder in eine ihrer gelegentlichen Winterschlaf-Phasen eintauchten“, dann fängt er an, seine Solo-Sachen zu machen.

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So war es auch dieses Mal. Nun frönte er seiner großen Leidenschaft, dem Blues. Mit an Bord ist sind seine alten Kumpels, Ko-Produzent und Drummer Steve Jordan und Gitarrist Waddy Wachtel. “Ich hatte eine großartige Zeit, das Album zu machen und wieder mit Steve Jordan und Waddy Wachtel zusammenzuarbeiten. Es gibt nichts besseres, als ins Studio zu gehen, ohne einen blassen Schimmer, was dabei rauskommen wird. Wenn du ‚Trouble‘ suchst, bist du hier an der richtigen Stelle.“ Die prominente Gästeliste wird angeführt von Norah Jones, Aaron Neville, Spooner Oldham und Larry Campbell, David Paich und Pino Palladino.

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Der Titelsong „Crosseyed Heart“ ist eigentlich nur ein kleines, von Keith Richards solo interpretiertes Intro und ein Hinweis, eine Erklärung für das, was folgt. Auf dem Album finden sich typische STONES-Songs wie „Trouble“ mit den unverkennbaren Gitarren-Riffs seiner 5-saitigen E-Gitarre. Mit „Goodnight Irene“ gibt es aber auch einen rein akustisch instrumentierten Blues-Standard von Ledbetter. Sehr intim daher kommt „Illusion“, eben typisch Norah Jones. Genau wie im folgenden „Just A Gift“ zeigt sich Keith Richards hier ungewohnt gefühlvoll.

Daneben findet man aber natürlich auch Songs wie „Blues In The Morning“ oder „Substantial Damage“, bei denen er auf der Klampfe rumschrammelt, und die wie aus einer anderen Zeit klingen. Auf „Something For Nothing“ gibt er dem Affen Zucker und und jammt mit Waddy Wachtel um die Wette. Etwas aus dem Rahmen fällt „Love Overdue“, eine Coverversion von Gregory Isaacs, dem 2010 verstorbenen Reggae-Musiker.

Inhaltlich geht es natürlich in typischer Keith Richards Manier um Liebe und Hass, Einsamkeit, Verzweiflung, Erinnern und Vergessen, Sympathie und Vertrauen. Manchmal auch ironisch oder gar sarkastisch und nicht immer ganz jugendfrei. Eben typisch Keith. Und genauso wie sie gemeint sind, singt er die Texte nicht einfach nur, sondern presst sie heraus mit knarzender Stimme oder haucht sie ein andermal fasst zärtlich ins Mikrofon.

Crosseyed Heart – CD , Label: EMI , VÖ: 18.09.2015

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„Keith Richards: Under The Influence“ heißt eine Doku, die exklusiv bei Netflix ab dem 18. September 2015 zu sehen ist.

Quelle: UNIVERSAL MUSIC /EMI
© RCR Christian Behring, 21.09.2015

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