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Team Jonathan, Boris Rhein (Minister Hessen) Empfang des Landes Hessen in der Landesvertretung Hessen in Berlin am 16.02.2016 Foto: BrauerPhotos © O.Walterscheid

EMPFANG DER HESSISCHEN LANDESREGIERUNG ZUR BERLINALE

In der Hessischen Landesvertretung ging es anlässlich der Berlinale gesellig zu: die Veranstaltungsräume waren wieder proppenvoll und neben Rheingau Weißwein wurden statt Handkäs mit Musik, kulinarische Häppchen, hessisch modern, etwa Süßkartoffelsushi in Schinkenummantelung, verteilt. Der Raum, in dem sich dann die Bühne für die Vorstellung der HessenFilm und Medien (GmbH) und der Preisverleihung des von LeserInnen der Fachzeitschrift epd Film gewählten „Besten Deutschen Films 2015“ eröffnete, hätte voller nicht sein kein können. Einige blieben in den Räumlichkeiten davor in ihren Gesprächen vertieft.
Moderator Knut Elstermann lädt Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, nebst Lucia Puttrich zu sich, der wolle ja groß keine Rede halten, denn wir redeten heute mit den Menschen! Dazu tritt Hans Joachim Mendig, neuer Geschäftsführer der neu gegründeten HessenFilm und Medien GmbH, wobei sich das GmbH ja nicht so schön anhöre, das sollten Sie sich doch bitte wegdenken, wie er später noch äußern wird.
Die einleitenden Sätze zu der Nicht GmbH GmbH von Rhein über die Finanzierung erinnert dann aber doch an eine Rede, wie auch Rhein augenzwinkernd bemerkt. Mendig stellt sich und sein Team, überwiegend aus Damen bestehend, vor. In der neuen HessenFilm und Medien werde die wirtschaftliche und kulturelle Förderung nun eins, dies schaffe mehr Transparenz und erleichtere die Antragsverfahren für die Filmschaffenden. Es werde jedoch nicht mehr Budget geben, aus verschiedenen Gründen. Ziel sei es aber, die bisherigen Gelder von Diba, dem Hessischen Rundfunk und dem Landeshaushalt aufzustocken, es werde sich um Veränderungen bemüht! Weiter bestrebe Mendig mehr Filme aus und in Hessen, sowie mehr Nachwuchsförderung etwa an Hochschulen. Auch oder insbesondere Dokumentarfilme, als wichtigstes hessisches Merkmal, sollten anders als befürchtet, ganz traditionell weiter gestärkt werden. Das Gerücht über das Aus von Filmfestivals weist er ebenfalls zurück, auch diese würden künftig gestärkt und gefestigt. Schließlich verweist er noch auf das Wort Medien – darin sehe er die Game-Industrie als sehr aufstrebenden Sektor. Das, wie Rhein einführend voranstellte, kleine Unternehmen, will aber auch, so Mendig, mit großen Filmen Erfolge an der Kasse!
Rudolf Worschech, Chefredakteur der epd Filmzeitschrift macht im Anschluss Zeit zum Thema seiner Rede und verweist zugleich auf den zehn jährigen Sponsor der Preisverleihung, Nomos. Einen artifiziellen Umgang mit Zeit schaffe der Gewinner, so Worschech, ein Film in 140 Minuten Echtzeit: Victora von Sebastian Schipper! Auf die Frage nach der Idee, erzählt Schipper, diese sei nach und nach entstanden. Der Ursprungsgedanke aber sei gewesen: Null ans Publikum zu denken, rücksichtslos, auch wenn es keiner sehen wolle! Der Gedanke der Selbstdarstellung werde dem Stoff oft vorgeschoben. Der Fokus auf den Stoff, weg von „schlau und richtig“ widerum war sein Verkaufsgedanke, als eine „Einladung in unsere Herzen oder in unsere Dunkelheit“. One Take sollte kein Rekord werden. In Victoria ginge es zum einen um Kalkühl,  aber auch stark um den Drang zu Instinkten, eben das, was auch Filme schaffen ausmache. Diese Instinkte sollten wach werden. Der One Take ließe uns in einen eiskalten Fluss springen, der schnell fließe und einen mitnehme, das kalte Wasser hole einen in den Moment, und die Stimme, die fragt, werde leiser. Abschließend sagt Schipper aber, er würde nie wieder einen One Take machen wollen. Er habe sogar ein schlechtes Gewissen und fühle sich verantwortlich gegenüber künftigen Nachahmern. One Take sei die Hölle, er habe noch nie solche Albträume gehabt, geblutet, geheult, in die Hosen gemacht, er freue sich auf Schnitte. Schnitt sei da wo der Film entstehe. Sehr dankbar für den Preis verabschiedet sich Schipper, denn edp sei sehr kostbar im Deutschen Filmdiskurs.
RCR © Alm
Fotos © Sabine Brauer Photos/O. Walterscheid

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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