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Tarantino, Russell und Leigh in Berlin: „The Hateful 8“ – Premiere

Der rote Teppich gleicht einer Westernstadt mit alter Kutsche, Wagenrädern und Fässern. Quentin Tarantino, der Kinoverrückte und Kultregisseur ist in Berlin und präsentiert seinen neuen Film „The Hateful 8“. Zwei der Hasserfüllten aus dem Western brachte er am Dienstagabend gleich mit in den Zoo Palast, die Schauspieler Kurt Russell und Jennifer Jason Leigh wirken sichtlich entspannt auf dem roten Teppich.

„Ich bin sehr aufgeregt. Das letzte Mal war ich in Berlin, als ich neun Jahre alt war, und meine deutsche Nanny sagte immer „unglaublich“, genauso fühle ich mich heute auch“, erzählt Jennifer Jason Leigh, die für ihre Rolle als Daisy Domergue sogar eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin erhielt. Und wie ist die Arbeit mit Quentin? „Es ist toll, mit Tarantino zu arbeiten. Er liebt seine Schauspieler! Dadurch ist man bereit, alles zu geben für seine Filme – sogar die Handys! Die waren am Set nämlich nicht erlaubt. Außerdem hat er mich wieder Mal nach Berlin gebracht.“ Auch Kurt Russell liebt Berlin und hat die Stadt auf eigene Faust erkundet trotz seines  Jetlags.

Tarantino, ganz aufgeregter Junge auf dem roten Teppich, nimmt sich ewig Zeit für seine Fans, gibt fleißig Autogramme und plappert mit den Journalisten über den Film, der heute Abend in seinem Lieblingskinoformat 70mm gezeigt wird und wieder extrem blutig und brutal ist.

Die deutschen Promis erschienen zahlreich zur Premiere. Schauspieler Matthias Matschke: „Ich verehre ihn dafür, dass er künstlerisch völlig skrupellos ist.“ Und Michi Beck von den Fantastischen Vier schwärmt: „Tarantino macht seit 25 Jahren Filme, die ich richtig gut finde. Seit „Pulp Fiction“ bin ich Fan.“ Ebenfalls unter den Premierengästen waren Fatih Akin, Ursula Karven, Sandra Maischberger, Sonja Gerhardt, Dunja Hayali, Luisa Wietzorek, Simon Gosejohann, Frank Kessler, Vinzenz Kiefer, Kim Fischer, Boris Entrup, Jörg Moukaddam, Christian Berkel, Joelina Drews, Jella Haase, Jürgen Trittin, Henry Hübchen, Christian Ströbele, Leander Haußmann, Cem Özdemir, Bettina Rust, Werner Daehn, Volker Bruch, Susanne Wüst, Gedeon Burkhard, Nadine Warmuth, Patrice Bouedibela, Axel Stein, Dominic Raacke, Söhnke Moehring, Bruno Eyron, Jochen Schropp, Alec Völkel und Sascha Vollmer von The Boss Hoss, Lina van de Mars, Isabell Horn, Jana Pallaske, Sophie Rois, Patrick Mölleken und Lukas Sauer.

© RCR Laurenz Carpen

Und worum geht’s im Film?

Irgendwo im Bundesstaat Wyoming, kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Ein Schneesturm naht und treibt in einer einsamen Hütte eine Gruppe höchst unterschiedlicher Typen zusammen: Da ist der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell), der die Mörderin Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) ausliefern will. Auch Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson) ist Kopfgeldjäger. Außerdem sind ein vermeintlicher Sheriff und ein Henker (Tim Roth) dabei. Sie gehören zu „The Hateful 8“ – acht Personen, die sich erst argwöhnisch beäugen und bald hassend bekriegen.

Wie so üblich bei Tarantino-Filmen wird erst ausgiebig über dies und das geplaudert, damit man die Ambitionen der einzelnen Figuren auch versteht. Dies geschieht im Film in den ersten drei Kapiteln, bis es von einer ekligen Gewaltorgie zur nächsten geht. Die politischen Ambitionen des Regisseurs, die Gesellschaft nach dem US-Bürgerkrieg in den verschiedenen zum Teil rassistischen Figuren widerzuspiegeln, gelingt nur bedingt. Da hatten seine vorherigen Filme „Django Unchained“ oder „Inglorious Basterds“ weitaus bessere Dialoge und auch mehr Spaß gemacht, wenn man die Gewalt weglässt, die aber Teil der Tarantino-Filme ist. Zudem ist die Laufzeit mit knapp drei Stunden für die recht dünne Rachestory viel zu lang.

Fazit: Ein schwächerer Tarantino-Film, aber für Fans natürlich ein Muss.

„The Hateful 8“ ist ab 28. Januar in den deutschen Kinos zu sehen. In einigen Lichtspielhäusern auch im berühmten 70-mm-Format.

© RCR Nadin Hornberger

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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