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Premiere „Geächtet“ im Theater am Kurfürstendamm

Am vergangenen Donnerstagabend fand im Theater am Kurfürstendamm in Berlin die Premiere zu dem umstrittenen Stück „Geächtet“ statt.

Amir Kapoor lebt den amerikanischen Traum: Der Sohn pakistanischer Einwanderer ist Anwalt und arbeitet in einer renommierten jüdischen Kanzlei in New York. Er trägt teure Hemden, genießt gutes Essen und wohnt in einem Loft in der Upper East Side von Manhattan.
Amirs Strategie heißt Assimilation – sein Problem Identität. Denn Integration bedeutet im Post-9/11-Amerika für Amir die Abkehr von den eigenen Wurzeln, wie dem Islam. Anders seine Frau Emily: Die weiße Amerikanerin ist aufstrebende Malerin und hat durch die Kunst die islamische Kultur für sich entdeckt. In diesem Milieu spielt Herkunft nur eine Rolle, wenn’s um Wein geht. Jüdisch, muslimisch, christlich, schwarz oder weiß? Ganz gleich. Man lebt weltoffen, multikulturell und grenzenlos liberal. Scheinbar jedenfalls.


Ein Abendessen mit Amirs Kollegin Jory und ihrem Mann, dem einflussreichen Galeristen Isaac, bringt das Kartenhaus der politischen Korrektheit schneller zum Einsturz, als die Drinks geleert werden können. Dafür genügt Amirs alkoholisiertes Geständnis, über die Anschläge vom 11. September klammheimlich Stolz empfunden zu haben.

In seinem Debutstück diskutiert Ayad Akhtar anhand aufgeklärter Karrieristen im vermeintlich politisch korrekten Fahrwasser hochaktuelle, brennende Themen der US-amerikanischen Gesellschaft zwischen Patriot Act und Integration, alltäglichem Rassismus und Terrorismus. 2013 wurde „Geächtet“ mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Gespielt werden die Hauptrollen von Katja Sallay, Mehdi Moinzadeh, Dela Dabulamanzi, Gunther Gillian und Rauand Taleb, die alle durchweg grandios spielen.

Auch zahlreiche Prominente wie Achim Wolff, Ulrich Meyer oder Dennenesch Zoudé. Das sehenswerte Stück „Geächtet“ läuft bis zum 27. März im Theater am Kurfürstendamm.

© RCR Nadin Hornberger

Fotos © Katarina Ivanisevic.

About Nadin

Nadin Hornberger liebt Promi-Geschichten sowie das Kino über alles und wird nicht müde, Events in der Hauptstadt zu besuchen. Dazu gehören auch Konzerte, vornehmlich im Rock-, Pop- und Elektrobereich, sowie Theaterpremieren und Vernissagen.

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