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Neele Ternes im Gespräch

Neele Ternes? DAD? Heimkommen? Genau! Das ist das Lied, das die Weihnachstwerbung von Edeka untermalte, 46 Millionen Mal auf YouTube angesehen wurde und CircusHalliGalli gemeinsam mit Udo Walz zu einer vielbeachteten Persiflage anregte.

Bisher verdiente die Sängerin aus Oldenburg hauptsächlich als Vocalcoach, Studiosängerin oder Autorin für andere Interpreten (Annett Louisan, Ivy Quainoo, Conchita Wurst) ihr Geld. Durch den Erfolg des Videos bekam sie nun einen Plattenvertrag. Gemeinsam mit ihrem Ko-Autor und Produzenten Florian Lakenmacher arbeitet sie gerade am ersten eigenen Album. Am 11. Dezember 2015 erschien erst einmal die Single. Wir haben 3 Exemplare für Euch! Wir trafen Neele in Berlin, ihrer neuen Heimat. In den letzten Jahren wohnte und arbeitete sie Hamburg. Aber wie sie uns verriet, war jetzt ein Tapetenwechsel fällig.

Neele Ternes_Cover
Du singst das Lied für die EDEKA-Weihnachtswerbung „DAD“. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Das war so, dass Florian Lakenmacher mich angerufen und gefragt hat, ob ich Lust hätte, auf diese Kampagne zu singen, und ich hab erst mal ja gesagt. Ich bin zu ihm gefahren, und er hat mir seine Komposition vorgespielt, ich fand das ganz toll und hab‘ dann darauf gesungen.
Du singst nicht nur das Lied, Du hast auch die Musik dazu geschrieben. Hast Du die Musik extra für die Werbung geschrieben oder war die Musik schon vorher da?
Es gab eine Anfangskomposition, die auf den Film zugeschnitten war, etwa 1:30 Minute. Es gab auch noch keinen richtigen Refrain. Als wir gemerkt haben, dass die Musik unheimlich gut ankommt bei den Leuten, haben wir uns noch mal zusammengesetzt und haben diese Geschichte, die wir begonnen hatten, zu Ende erzählt.
Deutsche Musik ist gerade so populär wie lange nicht. Warum habt ihr Euch entschieden, nicht deutsch sondern englisch zu singen?
Das kann ich gar nicht sagen, ich konnte das letztlich nicht selber entscheiden, die Musik war auf Englisch, so war’s angedacht. Somit stellte die Frage sich nicht, das auf deutsch zu erzählen. Für mich als Sängerin muss ich sagen, dass ich es doch lieber mag auf englisch zu singen auf Grund der Phonetik, wie man die Worte ausspricht, man singt anders, wenn man auf Deutsch singt.
Du bist ja ansonsten Songwriterin für andere Interpreten wie Annett Louisann, Ivy Quainoo, Conchita. Wer hatte die Idee, dass Du singst?
Das hat sich einfach so ergeben. Ich bin Sängerin, hab‘ lange hinter den Kulissen gearbeitet, war überwiegend Studiosängerin. Ich wurde vor allen Dingen als Sängerin angefragt. Das ist so, wenn man mit verschiedenen Studios zusammenarbeitet und für Film oder Werbung Musik macht. Dann haben die Komponisten auch eine bestimmte Vorstellung von der Gesangsstimme.
Das Video hat inzwischen mehr als 45 Millionen Klicks. Das schafft kaum ein anderer deutscher Musiker. Was ist das für ein Gefühl, wenn man diese Zahl sieht?
Man muss ja dazu sagen, dass es in erster Linie um diese Kampagne ging. Das waren natürlich die Bilder, die Geschichte, die erzählt wird, und die Musik hat natürlich auch dazu beigetragen. Aber es wäre vermessen zu sagen, mein Video wurde aufgrund meiner Stimme und der Musik so oft angeklickt. Aber es lag natürlich außerhalb meiner Vorstellungskraft, dass das so durch die Medien geht und das auch international.
Wie war bisher die Resonanz? Hast Du viel Fanpost bekommen?
Ja, man muss dazu sagen, als ich gemerkt habe dass das so millionenfach angeklickt wird, da hab ich ganz schnell ein Facebookprofil erstellt. Ich hatte schon ein privates und es wunderte mich als ich plötzlich Freundschaftsanfragen aus aller Welt bekam und ich dachte, um Gottes Willen, also hab‘ ich ganz schnell eine Fanseite erstellt. Da war ich selber etwas überrascht, und ich hab ganz liebe, süße Nachrichten erhalten von Menschen, denen der Song und die Lyrics sehr nahe gegangen sind und das hat mich schon sehr angerührt. Dass es so eine Resonanz hat, hätte ich nicht gedacht.
Seit 11. Dezember ist die Single im Handel. Wie geht es weiter bei Dir? Arbeitest Du an neuen Songs, wird es ein Album geben? Oder eine Tour?
Ja, geplant ist natürlich mehr. Jetzt konzentriere ich mich erst mal auf die Single, und da werden wir noch ein bisschen promoten. Ich arbeite natürlich an neuem Material, es soll definitiv weitergehen. In erster Linie mache ich mit Florian Lakenmacher, der mein Produzent ist, weiter, aber man lässt sich natürlich auch inspirieren von anderen Menschen, und man arbeitet zusammen, wenn man als Songwriter arbeitet, man trifft sich und entwickelt das gemeinsam. Aber in erster Linie arbeite ich mit Florian, und wir sind schon fleißig dabei.
Du hast bisher für andere Interpreten geschrieben, dafür bleibt jetzt wahrscheinlich gar keine Zeit. Konzentrierst Du Dich jetzt voll auf Dein Album?
Ja, na klar. Momentan versuche ich mich auf mich zu konzentrieren. Aber ich liebe es zu komponieren, mir Neues einfallen zu lassen. Da wird es sicherlich auch noch mal was Anderes geben Aber jetzt erst mal in der heißen Phase versuche ich bei mir zu bleiben.
Gibt es von der Plattenfirma eine Deadline?
Nein bisher noch nicht. Sie haben noch nichts gesagt.
Wenn Du mit anderen Autoren Songs entwickelst, wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen?
Also, jetzt nicht für meine eigenen Sachen. Da muss man unterscheiden: Wenn man Songwriter oder Komponistin ist, gibt es immer Menschen, die unheimlich gut texten können, es gibt welche, die sich unheimlich gute Melodien einfallen lassen, es gibt Produzenten, die das Ganze dann in einen Guss heben. So arbeitet man dann. Es gibt richtige Teams. Dann trifft man sich, setzt sich zusammen. Das macht auch mehr Spaß. Wenn man alleine so vor sich hin tüftelt, kann man irgendwann auch gar nicht mehr beurteilen, ist das jetzt überhaupt gut, oder hab ich mich verrannt? Man kann das gar nicht mehr richtig beurteilen. Manchmal ist das gut, wenn man jemanden hat, der sagt: ne, das find ich gut. So inspiriert man sich gegenseitig. Wenn man für andere schreibt vor allen Dingen.
Wenn ich jetzt für mich selber schreibe, muss ich sagen, dass das erst mal bei mir ist, dass ich versuche, sowieso in meiner Musik so authentisch wie möglich zu bleiben, dass ich nicht versuche, etwas zu machen, das gerade angesagt ist, dass ich versuche, bei mir zu bleiben, dass es mir gefällt, und da sitze ich denn am Klavier, probier erst mal rum, oder versuch ein Thema zu finden das interessant sein könnte für die Menschen oder für mich selber. So arbeite ich erst mal alleine, um überhaupt eine Idee zu finden.
Was sind das für Themen, über die Du schreibst?
Das kann ganz unterschiedlich sein. Ich befinde mich gerade auf so einer Reise. Ich hab‘ vorher im Hintergrund gearbeitet. Da ging es um andere. Jetzt geht es um mich. Da schaut man auf sein Leben: was hat mich bewegt, was hat mich berührt, was finde ich interessant, was möchte ich nach außen tragen, was möchte ich vielleicht lieber nicht von mir preisgeben? Das braucht auch ein bisschen Zeit, um darüber nachzudenken.
Mit wem würdest Du gerne einmal zusammenarbeiten (Autor, Produzent, Sänger)?
Das kann ich gar nicht sagen. Ich bin gerade ganz glücklich, so wie es ist. Was die Zukunft bringt, wird man dann sehen, da gibt es bestimmt einige, mit denen man gerne mal zusammenarbeiten wollen würde. Aber jetzt gerade bin ich ganz zufrieden so wie es ist.
Dann wünschen wir Dir viel Erfolg bei Deinen nächsten Projekten und würden uns freuen bald einen neuen Song von Dir zu hören.

REDCARPET REPORTS

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3 Singles

„DAD“

von Neele Ternes

Um an unserer Verlosung teilzunehmen, schreibt eine Mail an: Gewinnspiel(at)RedCarpetReports.de mit dem Stichwort „DAD“. Die Gewinner werden nach Ablauf der Teilnahmefrist am 10. Februar 2016 per E-Mail benachrichtigt.

Teilnahmebedingungen:Die Teilnahme an der Verlosung setzt die rechtzeitige Einsendung voraus. Nicht teilnehmen dürfen Mitarbeiter des o.g. Unternehmens und deren Angehörige. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Automatische Gewinnspieleinträge sind nicht gestattet!

Quelle Cover/Foto: SONY Music / MCS-Berlin

© RCR Christian Behring, Januar 2016

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