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Sing, Mama, Sing!

Mit Félicité ist der franko-senegalesische Regisseur Alain Gomis nach Aujourd’hui (2012) dieses Jahr erneut im Wettbewerb der Berlinale vertreten. Das Drama spielt in der kongolesischen Metropole Kinshasa und erzählt die Geschichte der alleinerziehenden Félicité (Véro Tshanda Beya), die sich als Nachtclubsängerin die Sorgen von der Seele singt. Nachdem ihr 16-jähriger Sohn Samo (Gaetan Claudia) bei einem Motorradunfall schwer verletzt wird, muss die stets toughe Mutter das Geld für die nötige Beinoperation auftreiben. Desaströse Zustände im Krankenhaus beschreiben dabei laut der Hauptdarstellerin Véro Tshanda Beya „den ganz normalen Alltag Kinshasas“. Obwohl Félicité das Geld letztlich zusammenbekommt, muss das Bein ihres Sohnes amputiert werden. Ausgerechnet der schwertrinkende Frauenheld Tabu (Papi Mpaka) unterstützt die kleine Familie tatkräftig – vor allem mit seiner humorvollen, aufmunternden Art.  So lockt er den frustrierten Samo aus der Reserve und lässt auch Félicités weiche, sehnsüchtige Seite durchdringen.

Der Film wird fortlaufend von Musik begleitet (u.a. die Musikgruppe Kasai Allstars) und bereits durch die beeindruckende, rhythmische Eröffnungsszene mit vielen Großaufnahmen des nächtlichen Geschehens und traditioneller Instrumente wie dem Balafon, einem aus Kalebassen bestehenden Xylophon, wird der Zuschauer direkt in die Lebhaftigkeit Kinshasas hineinkatapultiert. Die Filmmusik verdeutlicht auch das Wechselspiel aus Unruhe und Tranquilität im Verlaufe des Films und die Klänge des einzigartigen Sinfonieorchesters „Orchestre Symphonique Kimbanguiste“ spiegeln fast schon etwas Erhabenes im völligem Kontrast zum schnelllebigen Treiben der kongolesischen Hauptstadt wider. Alain Gomis ließ auf der Pressekonferenz verlauten er habe sich diesmal für Kinshasa als Setting entschieden, da sich für ihn dort zurzeit der Puls Afrikas befindet. Alle drei Hauptdarsteller geben in Félicité übrigens ihr Schauspieldebüt.

Maimouna Ferro

 

 

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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