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Max_Raabe_mit schwarzem Raben, 2017_Pressebild

Max Raabe liefert das perfekte Album zum Blaumachen

„Der perfekte Moment… wird heut verpennt“ hat Max Raabe sein Album genannt, das er am 27. Oktober 2017 veröffentlichte. Mit dem Album liefert er den Soundtrack für einen entspannten Sommer – oder eben auch zum Blaumachen. Der sonst so überkorrekt und auch manchmal etwas steif wirkende Sänger – das Sinnbild eines Deutschen – lädt hier ganz undeutsch zu etwas mehr französischem „laissez-faire“ ein. Einfach mal das Leben so nehmen wie es ist. Alles laufen lassen. Sich etwas mehr Zeit für sich selbst nehmen, den Stecker ziehen, und wenn das Glück an die Tür klopft, es rein lassen, festhalten und erkennen: „Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein.“ Dafür steht „Der perfekte Moment“.

Max Raabe,_Album_Cover, der perfekte moment

2011 begann für Max Raabe ein neuer Abschnitt in seiner Karriere. Mit dem Album „Küssen kann man nicht alleine“ schaffte er erstmals den Sprung in die Top 10 der Album-Charts. Das war der Beginn der Zusammenarbeit mit Erfolgsproduzentin Annette Humpe (IDEAL, Ich & Ich). Sie brachte mehr Pop in die Musik von Max Raabe und seinem Palastorchester. Das Ergebnis: Neben Gold- und Platinauszeichnungen die ersten Top-Platzierungen in den Charts. Zwei Jahre später konnten sie mit dem Album „Für Frauen ist das kein Problem“ den Erfolg wiederholen.

Als sich die beiden auf einer Geburtstagsfeier trafen, sagte Raabe ihr: „Du, wir sollten mal wieder.“ Sie sagte: „Ja, klar, aber du könntest auch mal mit den Jungs von Rosenstolz, die stehen da drüben.“ Kurze Zeit später trafen sich Max Raabe, Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Daniel Faust in Kreuzberg. Raabe brachte ihnen Streuselkuchen mit. „Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein“, sagte er zur Begrüßung, und die drei Erfolgsproduzenten machten daraus einen Song. „Mit Max Raabe zu schreiben“, sagt Peter Plate, „das war wie Urlaub.“

Um sich Inspirationen für sommerlich leichte Texte und Melodien zu holen, schickten sie Raabe in den Süden Frankreichs, an die Côte d’Azur. Aber statt sommerlich leichter, fröhlicher Reime sind dabei ganz andere, sehnsuchtsvolle Strophen entstanden: „Statt Cannes und Nizza, säß‘ ich mit Pizza, viel lieber mit dir Hand in Hand.“ Immerhin spiegelt sich in den Arrangements etwas Frankreich wider, wenn sich beispielsweise das Akkordeon zwischen Frohsinn und Melancholie dehnt.

Max Raabe hat noch einen weiteren Co-Autor mit ins Boot geholt: den Komponisten Achim Hagemann. Seine musikalischen Qualitäten und vor allem seinen Sinn für Humor hat dieser schon bei „Der Popolski Show“ und noch grandioser in der Zusammenarbeit mit Hape Kerkeling, u.a. bei  „Hurz“ unter Beweis gestellt. Vier Lieder haben beide gemeinsam geschrieben, darunter die Up-Tempo-Nummer „Fahrrad fahr`n“. Diese schnellste Raabe-Nummer aller Zeiten muss so schnell sein, denn „Max Raabe ist eben auch ein schneller Radfahrer“, so Hagemann. Das ganze Gegenteil davon ist sein Mond-Lied „Ich sing am liebsten, wenn der Mond scheint“, ein Nachtlied voller Grandezza.

Gemeinsam mit Annette Humpe und seinem langjährigen musikalischen Partner Christoph Israel entstanden dieses Mal lediglich drei Lieder. Darunter aber ein sehr ernst gemeintes Lied. „Willst du bei mir bleiben“ ist eine Hochzeitshymne. Raabe und Humpe sagen dazu, sie ist tatsächlich ernst gemeint, weil Heiraten eben eine ernste Angelegenheit ist. In der Art des Vortrags erinnert es fast an die großartigen Lieder der Romantik wie man sie z.B. von Franz Schubert kennt.

Damit ist es dann aber auch genug mit der Ernsthaftigkeit. Ernst nimmt bei Raabe niemals Überhand. Ansonsten steht bei Max Raabe doch eher der vordergründig hintersinnige Humor im Mittelpunkt.

Beispielhaft dafür steht  auch das Albumcover. Spielerisch leicht bewältigt Raabe scheinbar den Drahtseilakt. Neben ihm sitzt – beispielhaft für den manchmal trockenen oder schwarzen Humor – ein schwarzer Rabe auf dem Telefondraht. Und um die sommerliche Leichtigkeit noch zu unterstreichen ist alles in ein leichtes Himmelblau getaucht. Die Auflösung der tatsächlichen Szenerie erfolgt im Booklet mit einem „Making Of“-Foto. Nachschlagen lohnt sich. Dem Herrn Raabe sitzt eben immer ein wenig der Schalk im Nacken, wie man früher so sagte…

Ab Januar 2018 kann man dann Max Raabe & das Palast Orchester live erleben. Mehr als  60 Konzerte stehen bis Dezember 2018 auf dem Programm der „DER PERFEKTE MOMENT …WIRD HEUT VERPENNT – TOUR 2018“. Startpunkt ist am 12. Januar 2018 Gera, das Finale findet am 15. Dezember 2018 in Baden-Baden statt.

 

Quelle: UNIVERSAL Music / Palast Musik / Max Raabe / Fotos: Gregor Hohenberg

© Christian Behring im Oktober 2017

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