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JOHNNYSWIM – Wir sprachen mit ihnen in Berlin

“This album is, honestly, practically perfect in every way.”

„… heart-wrenching and utterly refreshing at once.”

Das sind nur einige der Rezensionen zum aktuellen Album des amerikanischen Duos aus Los Angeles. JOHNNYSWIM – das sind Abner und Amanda Ramirez. Wir trafen die beiden anläßlich der Veröffentlichung ihres Albums „Georgica Pond“ in Berlin (siehe unten).

Kennengelernt haben sich Abner und Amanda 2005 in Nashville. Abner Ramirez ist der Sohn von Exilkubanern, hatte Musik in Jacksonville, Florida, studiert und war dann nach Nashville gegangen, um in der Musikmetropole sein Glück als Songwriter und Musiker zu suchen. Amanda Sudano war schon mit ihrer berühmten Mutter Donna Summer einige Male auf Tournee. In Abner Ramirez fand sie nicht nur ihren kreativen Partner, sondern auch die große Liebe. Vier Jahre später heirateten die beiden und gingen nach Los Angeles. In den folgenden Jahren erschienen mehre Singles und EPs, „Home“ avancierte zum Titelsong der erfolgreichen Heimwerker-TV-Show „Fixer Upper“. 2014 folgte mit „Diamonds“ ihr Debütalbum, das sich sechs Wochen lang auf Platz eins der iTunes-Singer-Songwriter-Charts hielt und mehr als 30 Millionen Mal gestreamt wurde. Im selben Jahr veröffentlichten sie noch ein Weihnachtsalbum („A JOHNNYSWIM Christmas“) und 2016 folgte ihr erstes Live-Album „Live At Rockwood Music Hall“.

Mit ihrem aktuellen Album „Georgica Pond“ sorgen sie in ihrer Heimat gerade mächtig für Furore. In den Billboard Top 200 kletterte das Album bis auf Platz 35. In den iTunes-Singer-Songwriter-Charts eroberten Abner Ramirez und Amanda Sudano Ramirez sogar Platz Eins. Erstaunlich auch, wie populär JOHNNYSWIM schon in Deutschland sind. Ohne hierzulande überhaupt eine Platte veröffentlicht zu haben, haben sie es bei Spotify schon auf drei Millionen Streams gebracht. Aber jetzt ist es so weit: am 10. Februar 2017 wird „Georgica Pond“ in Deutschland veröffentlicht. Und nicht nur das: am selben Tag gastieren JOHNNYSWIM in Deutschland, genauer gesagt in Berlin. Zwischen ihrer laufenden US-Tour kommen sie für einige Promotion-Termine nach Europa (siehe unten).

„Georgica Pond“ ist ein sehr vielschichtiges Album. Allmusic fasst das ganz treffend wie folgt zusammen: „Georgica Pond“ vereint American Folk mit Southern Soul mit Ursprüngen im Blues und Country.“ Wenn man das Album einmal von vorn bis hinten durchgehört hat, wundert man sich, dass man von diesem beeindruckenden Duo nicht schon mehr gehört hat, dass sie nicht schon längst auch bei uns ihren Durchbruch geschafft haben. JOHNNYSWIM ist mit „Georgica Pond“ ein Album gelungen, das sich regelrecht  in die Gehörgänge einbrennt und den Hörer nicht mehr loslässt. Schuld daran ist sicher Amandas eindringliche Stimme, aber auch der beeindruckende Satzgesang, die grandiosen Harmonien und Arrangements (Pedal Steel Gitarre, Gospelchor, Streicher). Das Album wirkt auf eine wunderbare Weise altmodisch mit seinen Anleihen aus Folk- und Countrymusic, Westcoast Rock à la Eagles, Fleetwood Mac oder Chris Isaak, dessen „Wicked Game“ sie sich als Albumausklang vorbehalten haben. Etwas psychedelisch angehaucht durch die Synthi-Klänge und den zeitlupenartigen Gesang wirkt es total entrückt – so als käme es aus einer anderen Welt.

Das Album ist durchzogen von Anleihen unterschiedlichster Einflüsse. Vieles meint man so oder so ähnlich schon mal gehört zu haben. Deshalb hat man von Anfang an das Gefühl, man würde die Musik von JOHNNYSWIM schon seit Jahren kennen. Ist es an der einen Stelle Fleetwood Mac, so sind es im nächsten Song die Black Keys und im übernächsten die Fleet Foxes, die man meint herauszuhören. Und manches Mal glaubt man tatsächlich, Donna Summer wiederzuerkennen. Wenn in „Touching Heaven“ der Gospelchor erklingt, ist der Einfluss nicht ganz von der Hand zu weisen, so als hätte sich die Disco-Queen der 70er später dem R’n’B zugewandt und würde in Nashville leben. Auch „Lonely Night In Georgia“ ist solch ein Titel: angereichert mit Stilelementen aus Blues, Gospel und Country – und als Bonbon bekommt man obendrauf noch ein feines Gitarrensolo von Vince Gill. Die Single „Let It Matter“ nimmt dagegen im Text Bezug auf die persönlichen Erfahrungen. Darauf, den Schmerz nach einem Verlust zuzulassen (in kurzem Abstand starben nacheinander Abners Vater und Amandas Mutter). Überhaupt ist das Album ein sehr persönliches – in einem anderen Song ist sogar Sohn Joaquin zu hören, und „Georgica Pond“ bezeichnet eine Bucht in den Hamptons auf Long Island, wo auch Donna Summer ein Anwesen besaß.

Man nimmt den beiden einfach ab, wovon sie singen, dass sie ihre innersten Empfindungen preisgeben. „Georgia Pond“ ist ein Album voller Gefühle, mit Herz und Seele, Esprit und Grandezza. So ist dann vielleicht auch der Erfolg zu erklären.

 

Am 10. Februar erschien nicht nur  ihr Ambum „Georgica Pond“ in Deutschland, Amanda und Abner Ramirez gaben auch ein Konzert im Kreuzberger „Privatclub“. Wir trafen die beiden am Samstag in ihrem Hotel im Berliner Tiergarten, unweit des Zoos, den sie unbedingt noch besuchen wollten. Das Gespräch führte Julia Helbich für Redarpet Reports:

Quelle: Promotion-Werf-Hamburg

(c) RCR Christian Behring, 05.02.2017

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