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CALEXICO kommen mit ihrem neuen Album nach Deutschland

Am 26. Januar 2018 veröffentlichten CALEXICO ihr neues Album. „The Thread That Keeps Us“ ist inzwischen ihr 10. Studio-Album. CALEXICO sind gleichermaßen Lieblinge der Kritiker und einer großen Fangemeinde. So schafften sie auf Anhieb den Sprung in die TOP 10 der Album-Charts, bekamen 5 von 6 Sternen beim Musikexpress und waren CD der Woche bei Radio Eins. Bereits im März 2018 kommen sie mit den neuen Songs auch für fünf Konzerte nach Deutschland (s.u.).

Calexico_cover The Thread That Keeps Us

Kaum eine andere Band steht so sehr für den amerikanischen Indie-Rock wie CALEXICO. Wobei man das auch gleich wieder einschränken, oder besser gesagt erweitern muss. Denn von Anfang an haben Joey Burns und John Convertino ihre Musik mit Stilelementen anderer Musikrichtungen angereichert. Typisch vor allem für die Musik von CALEXICO ist ihre Nähe zur mexikanischen Mariachi-Musik. Immer wieder tauchen aber auch Anleihen aus Country-, Folk-, Americana- oder Jazz in ihrer Musik auf. Irgendein Kritiker hat ihre Musik einmal als „Tucson-Desert-Rock“ beschrieben.

Treffend daran ist eigentlich nur der Ort Tucson als zentraler Lebensmittelpunkt und Inspirationsquelle für ihre Musik. Wobei das mit dem neuen Album auch schon wieder nicht so ganz zutrifft, denn CALEXICO sind für die Arbeit am aktuellen Album gemeinsam mit ihrem langjährigen Produzenten Craig Schumacher nach Kalifornien gegangen. Genauer gesagt in das PANORAMIC HOUSE. Das Studio befindet sich in der Nähe von San Francisco, direkt an der Küste mit Blick auf das offene Meer. Die Band fühlte sich dort richtig gut aufgehoben. „Je offener ein Studio ist, desto mehr kommt das der Dynamik unserer Musik zu Gute“, so Joey Burns. Zwischen den Aufnahmesessions unternahm er immer wieder ausgedehnte Wanderungen und ließ sich dabei von der weiten offenen Landschaft, den Klippen und dem Meer inspirieren.

Nach wie vor sind CALEXICO dieselbe Indie-Rock-Band, die sie auch vor 15 oder 20 Jahren waren. „The Thread That Keeps Us“ spannt den Bogen aber wieder einmal etwas weiter.  Zum typischen Tucson-Desert-Rock gesellen sich die ebenso bekannten und beliebten Mariachi-Klänge, harter düsterer Blues-Rock, Space-Rock, Latin Jazz und Disco-Pop. In Bezug auf die Vermischung verschiedenster Musikstile kann man also sagen, ein typisches CALEXICO-Album.

Für Fans, die offen sind für Experimente und sich gerne überraschen lassen, könnte es genau das Richtige sein. Für alle anderen wird es sicher schwierig, sich mit dem Album anzufreunden.

Die größte Überraschung, oder vielleicht sogar der größte Schock dürfte „Under The Wheel“ sein. Feinster Disco-Pop, angereichert mit Elementen aus House, Mariachi und Funk. Sofort bekommt man Assoziationen zur Musik von Nile Rodgers oder Daft Punk. Mit der richtigen Promotion und einem Remix eines bekannten DJs könnte das sogar ein Hit für die Tanzflächen werden. Aber wollen CALEXICO das überhaupt…

Völlig abgedreht, aber auf eine ganz andere Art und Weise kommt „Another Space“ daher. Spacig, psychedelisch, funkig, jazzig, groovend, energetisch – ein Song wie auf Droge möchte man meinen. Am Ende hat man fast selbst das Gefühl auf Droge zu sein, so eine Sogwirkung entfaltet der spacige Song.

Mit „Unconditional Waltz“ und „Girl In The Forrest“ folgt der totale Kontrast auf dem Fuße. Eine akustische Gitarre, ein paar Bläser, bei deren Klängen  im Kopf sofort ein Heile-Welt-Alpenpanorama entsteht. Ist das tatsächlich dieselbe Band? Aber ja, klar. Dafür stehen CALEXICO.

Und als wenn das nicht schon genug wäre, folgt kurz darauf wieder eine 180-Grad-Wende. Mit „Dead In The Water“ liefern CALEXICO einen düsteren Blues-Rock á la Black Keys. Durch welche Hölle ist Joey Burns da gegangen, um so zu klingen?

Dazu kommen noch einige typische Indie-Folk-Rock-Nummern.

Etwas sparsam gehen sie mit den von vielen so geliebten Mariachi-Klängen um. Mit „Flores Y Tamales“ gibt es auf dem Album leider nur diesen einen Song in spanischer Sprache und voller lateinamerikanischer Rhythmen und Lebensfreude. Traurig und wütend,  aber gleichzeitig auch voller Hoffnung singen CALEXICO von einem Liebespaar, das sich ein Leben in einem gemeinsamen Haus wünscht, nicht getrennt von einer Grenze. Man könnte sagen, ein politisch unkorrektes  Liebeslied. Gleichzeitig machen sie auch ein wenig Werbung für das mexikanische Gericht TAMALES, das man bei uns bisher kaum kennt.

Man darf gespannt sein, welche der  15 Songs sie auf ihrer kommenden Europa-Tour präsentieren werden.

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So sieht der Tour-Fahrplan von CALEXICO aus:

09.03. Große Freiheit Hamburg, DE

10.03. Tempodrom Berlin, DE

11.03. Muffathalle Munich, DE

13.03. Auditorium Parco della Musica Roma, IT

14.03. Alcatraz Milano Milan, IT

16.03. Estragon Bologna, IT

17.03. Fri-Son Fribourg, CH

18.03. X-Tra Zurich, CH

19.03. Posthof Linz, AT

21.03. Im Wizemann Stuttgart, DE

22.03. L’Epicerie Moderne Feyzin (Lyon), FR

23.03. E-Werk Cologne, DE

24.03. De Roma Antwerp, BE

25.03. Paradiso Amsterdam, NL

27.03. Elysee Montmartre Paris, FR

28.03. Trinity Centre Bristol, UK

29.03. O2 Shepherd’s Bush Empire London, UK

29.03. Down the Rabbit Hole Beuningen, NL

Quelle: CITY SLANG / Calexico / Chris Hinkle

 

© Christian Behring im Februar 2018

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