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Die Päpstin – Premiere beim Musicalsommer

Der Musicalsommer in Fulda ist jedem Musikliebhaber längst ein Begriff. Bereits in den vergangenen Jahren wurden in den Sommermonaten in Fulda erfolgreich Stücke mit historischem Hintergrund aufgeführt, dieses Jahr eröffnet das Erfolgsmusical „Die Päpstin“ nach dem Roman von Donna W. Cross in einer Neuinszenierung den Musicalsommer 2018.

Vom 15.06. bis 07.07.2018 wird die Legende der Frau, die zum Oberhaupt der katholischen Kirche wurde, insgesamt 30 Mal auf der Bühne des Schlosstheaters zu sehen sein.

Sabrina Weckerlin übernimmt wie schon zur Uraufführung die anspruchsvolle Titelpartie der Johanna, für die Rolle des Gerold konnten Mark Seibert und alternierend Dennis Henschel gewonnen werden.

Johanna wächst im Jahr 814 als Tochter eines Dorfpfarrers und einer sächsischen Heidin auf, einem Zeitalter, in dem Frauen kaum Möglichkeiten offen stehen. Das außergewöhnlich kluge Mädchen lernt entgegen aller Konventionen dieser Zeit heimlich lesen und schreiben und erhält später sogar die Chance, die Klosterschule zu Dorstadt zu besuchen. Dort sieht sie sich ständigen Anfeindungen und Gefahren ausgesetzt und verliert bei einem Normannenüberfall fast ihr Leben.

Als einzige Überlebende des Massakers beschließt Johanna fortan einen neuen Weg einzuschlagen und künftig als Mann Johannes Anglicus zu leben. So führt sie ihr Lebensweg über das Kloster Fulda bis nach Rom, wo sie durch ihre Fähigkeiten zum Leibarzt des Papstes aufsteigt und ihre große Liebe Gerold erneut ihren Weg kreuzt. Vom Volk nach dessen Tod zum Nachfolger des Papstes erwählt, muss Johanna nun eine schwerwiegende Entscheidung treffen, tritt sie das Papstamt an und bewahrt sich ihre Unabhängigkeit, immer unter der ständigen Bedrohung ihre wahre Identität zu verraten oder entscheidet sie sich für ihr Liebesglück und lebt ihr Leben als Frau an Gerolds Seite?

Schon vom ersten Moment an fühlt man sich dank der detailgetreuen Kulissen, der zeitgemäßen Kostüme, der beeindruckenden Ausstattung und des präzisen Lichtdesigns in die Zeit des 9.Jahrhunderts versetzt. Die Drehbühne im Schlosstheater kreiert ständig neue Bühnenbilder, unterstützt von beweglichen Bühnenelementen und Projektionen befinden wir uns mal in Johannas Zuhause, auf dem Marktplatz von St. Denis, im Fuldaer Kloster oder bei der Papsternennung in Rom. Durch verschiedene bespielbare Ebenen und stimmungsvolles Licht wird eine fast filmische Atmosphäre erzeugt, in der sich die Handlung um Johanna entfaltet.

Sabrina Weckerlin brilliert in ihrer Paraderolle und verkörpert die Päpstin mit einer mitreißenden Hingabe und Leidenschaft. Im Laufe des Stücks durchlebt sie eine Vielzahl von Emotionen und weiß sowohl zärtliche Verliebtheit, als auch pure Verzweiflung gekonnt umzusetzen und den Zuschauer mit auf ihre Reise zu nehmen. Man ist einfach gefesselt von ihrem intensiven, authentischen Spiel und ihrer gesanglichen Leistung, besonders im romantischen Duett „Wehrlos“ mit Gerold Darsteller Mark Seibert und ihrem Solo „Einsames Gewand“ läuft sie zur Höchstform auf. Chapeau!

Die Rolle des Gerold scheint ebenfalls wie gemacht zu sein für Darsteller Mark Seibert, der seiner Bühnenpartnerin in nichts nachsteht. Schauspielerisch und gesanglich weiß er voll zu überzeugen. Seine samtweiche Stimme harmoniert hervorragend mit Weckerlins Sopran und erschafft berührende Bühnenmomente. Ebenso gefühlvoll interpretiert er sein Solo „Ein Traum ohne Anfang und Ende“, mit dem er das Publikum im ausverkauften Saal zu begeistern weiß.

Neben den beiden Hauptdarstellern hat das gesamte Ensemble einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen. Besonders ist uns die Darstellerin der kleinen Johanna Alicia Hohmann aufgefallen, die bereits mit einer unglaublichen Souveränität auf der Bühne agiert und in ihren Szenen vollends überzeugt. Ihr schweres Leben als Mädchen in dieser Zeit wird von ihr sehr anschaulich und realistisch gezeigt und zieht den Zuschauer in den Bann. Christian Schöne als Anastasius und Daniele Nonnis als Arsenius verkörpern die Gegenspieler Johannas mit einer bedrohlichen Boshaftigkeit und auch Denise Obedekah und Sascha Laue als die zwei Raben, die Johanna auf ihrem Lebensweg begleiten und stets beschützen, bleiben in Erinnerung. Die Choreografien des Tanzensembles wurden von Julia Poulet lebendig und erfrischend arrangiert und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein.

So ist „Die Päpstin“ auch in ihrer neuen Spielzeit in Fulda eine künstlerisch herausragende Inszenierung mit eingängiger Musik und einer bewegenden Geschichte, die das Publikum am Premierenabend mit frenetischem Applaus und Standing Ovations würdigte. Im Anschluss bot das idyllisch am nahen Schlosspark gelegene Theater die ideale Kulisse für eine rauschende Premierenfeier und lud die Gäste ein, bis in die frühen Morgenstunden den Start des Musicalsommers 2018 gebührend zu feiern.

© Melanie Renker

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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