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Bilder in Worten – Der Deutsche Hörfilmpreis 2018

Am Abend des 20. März 2018 wurde im Kino International in Berlin der 16. Deutsche Hörfilmpreis vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) verliehen. Zeitlich zwischen der Berlinale, der Oscarverleihung und dem Deutschen Filmpreis angesiedelt wohl eines DER Events in der Film- und Fernsehbranche, findet die Autorin. Dafür spricht auch, dass kein Geringerer als Filmexperte Steven Gätjen durch den Galaabend führte.

Der Saal war voll, die Stimmung locker und die Rufe nach mehr barrierefreiem Film waren nicht zu überhören. Es ging bei dieser Veranstaltung weniger um das „Gesehen werden“, als darum „bei der Sache zu bleiben“. Und die Sache wünscht: Mehr Audiodeskription (AD) in deutschen Film- und Fernsehproduktionen.

In vier Kategorien wurde die „ADele“, wie die Gewinner Trophäe in diesem Jahr getauft wurde, überreicht. In der Kategorie Dokumentarfilm ging der Preis an die Kinoproduktion „Rabbi Wolff“ von Regisseurin Britta Wauer. Die Kinoproduktion „Wendy – Der Film“ sicherte sich die Auszeichnung in der Kategorie Kinder- und Jugendfilm.  Das Historiendrama „Licht“ von Regisseurin Barbara Albert gewann in der Kategorie Kino, und „Landgericht – Geschichte einer Familie“ vom ZDF setzte sich in der Kategorie TV durch. Wie bei jedem Filmfest durfte natürlich auch der Publikumspreis nicht fehlen, und dieser ging dieses Jahr an die MDR-Produktion „In aller Freundschaft; Folge 773: Mach’s gut Nick“.

Zwischen den Preisverleihungen spielte die Folk-Band „Mighty Oaks“ auf und untermalte den Abend mit ihrer einfühlsamen Musik. Klänge, die ganz im Sinne der Veranstaltung wohl am besten mit geschlossenen Augen zu genießen sind.

Mighty Oaks beim 16. Deutschen Hörfilmpreis am 20. März 2018 © DBSV/Oliver Ziebe

Neben den Filmteams waren zahlreiche prominente Gäste aus Film, Fernsehen sowie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zugegen. So beispielsweise die SchauspielerInnen Mario Adorf, Julia Bremermann, Catherine Flemming, André Hennicke, Judith Hoersch, Maren Gilzer, Sina Tkotsch, Guido Broscheit, Merle Collet, Jonah Rausch, Jascha Rust, Kristin Meyer, Jörg Moukaddam, Florian Bartholomäi, Lisa Martinek, Tobias Schenke, Esther Seibt und Moderatorin Leslie Nachmann.

Produzentin und Regisseurin Feo Aladag lieh der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth ihre Stimme; beide diesjährige Jurymitglieder des Hörfilmpreises. Krankheitsbedingt überbrachte Claudia Roth ihre Wünsche ganz klassisch per Brief. Während Feo vorlas, entstand in den Köpfen des Publikums das Bild einer Politikerin, die amtlich feststellte: Es gäbe zwar eine steigende Tendenz der Beitragseinreichungen, „aber Ausruhen ist trotzdem noch lange nicht angesagt“. Schließlich gäbe es im Privaten Fernsehen „so gut wie keine Audiodeskription“, was im Jahr 2018 „nicht akzeptabel“ sei!

Aber es wird, da waren sich alle einig. Und betrachtet man das diesjährige Medienaufkommen und die Prominentendichte, muss auch niemand bangen. Die Bewegtbild- und Medienwelt hat die Ohren gespitzt: Denn da draußen sind noch mehr filmbegeisterte Menschen, die bei den neuesten Streifen einfach nur mitreden wollen. Und sind wir mal ganz ehrlich: AD ist nicht bloßes technisches Handwerk, sondern kreiert vielmehr eine eigene, sensible Kunstform. So entlocken die Stimmen der Audiodeskriptoren einem Film potentiell vielleicht mehr, als das menschliche Auge zu sehen vermag.

Ich halte es da mit dem Fuchs, der meint: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“

Ariane Reisenweber

Hier gibt es den Text auch zum Hören. Gesprochen von der Autorin Ariane Reisenweber.

Fotos: © RCR Laurenz Carpen und René du Vinage

Beitragsbild: Alle Preisträger beim 16. Deutschen Hörfilmpreis am 20. März 2018 © DBSV/Oliver Ziebe

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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