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Humorvolle Eröffnung des 15. Achtung-Berlin-Festivals im Kino International mit „Kim hat einen Penis“!

Den Auftakt von ACHTUNG BERLIN durfte in diesem Jahr Philipp Eichholtz vierter Film „Kim hat einen Penis“ feiern. Zu diesem Anlass schmückte sich das Kino International mit einem dezenten Baugerüst ganz im Berliner Schick, die Eintrittskarten waren durch einen technischen Ausfall kleine Abrisspapiermarken aus den 90ern und das Entree – eine aufgepeppte Darbietung der Moderatorin Britta Steffenhagen in glitzernder Garderobe und aufgeklebten Männerschnauzer, brachte Eichholtz‘ Film endlich mit einer lässigen Verzögerung von etwas mehr als einem Stündchen auf die Leinwand. Achtung Berlin eben!

Hier wurde das Team, das das Festivals überhaupt zur Plattform aller Kunst der Filmemacher erhebt, von Moderation, über Organisation, bis Disposition, Fahrdienst, Presse, die Jury und das Sponsoring gehuldigt. Der aufgeregte Regisseur sieht in dem Festival mittlerweile ein Art Klassentreffen. Außerdem traten die Festivalleiter (Hajo Schäfer und Sebastian Brose) und Staatssekretär Gaebler – selbst nicht minder klamaukvoll und zu Spaßen aufgelegt, nach vorne.

Schäfer/Brose präsentierten passend zur aktuellen Optik des Kino International das erste Plakat des Festival vor fünfzehn Jahren, welches durch ein Baustellen Panorama besticht und Model/Fotograf Henry aus Lettland, der wider Erwarten und per günstigem Zufall dem diesjährigen Plakat des Berliner Filmfests sein Gesicht leiht, war außerdem mit dabei. Steffenhagens Schnurrbart – sicher nicht ohne Hintergedanke – ein Gender Spiel und ein Verweis, nicht nur auf den Film „Kim hat einen Penis“, in dem es nicht um Transsexualität per se geht, betonte auch Eichholtz. Es ist ein Film, der mit einem absurden Prolog beginnt – wir sehen etwa das Pitching eines Arztes, der in der Schweiz sofortige Geschlechtsumwandlungen anbietet und die Protagonistin Kim gespielt von Martina Schöne-Radunski, die das mal eben ausprobiert. Im weiteren Verlauf wohnen wir dann aber einem Film über Beziehungen zwischen den Geschlechtern bei, mit sehr komischen und berührenden Momenten und einem tollen weiteren Cast u.a.: Christian Ehrich, Lana Cooper, Stella Hilb, Matthias Lier und Hans-Heinrich-Hardt. Das Geschlecht – ein Hingucker, ein Spassfaktor, aber auch ein implodierendes Thema und letzthin ein Platzhalter für jedwede Art zwischenmenschlicher Eigenarten, Rebellion, Verletzungen und Probleme, klar auch in sexueller Hinsicht. Eine wie ich finde gelungene Festivaleröffnung.

Ab jetzt ist das Kino Babylon in Mitte die Kommandozentrale von Achtung Berlin, wo auch diverse Talks und sieben Tage später eine Preisverleihung stattfinden werden. Sieben Tage, 13 Spiel-, 9 Mittellang, 20 Kurz-, und 10 Dokumentarfilme im Wettbewerb, daneben 3 Berliner Serien und 14 Filme der Retrospektive finden neben dem Babylon auch im Filmtheater am Friedrichshain, ACUDkino in Mitte, fsk Kino am Oranienplatz, City Kino Wedding, im Bundesplatz-Kino, in der Brotfabrik und im Schukurama Beeskow, genügend Raum für ihre Kunst um, anders als im Jahr davor, bei derweil kalten Apriltemperaturen in den warmen Kinosälen zu verweilen.

Neben „Kim hat einen Penis“ (Philipp Eichholtz) stehen im Wettbewerb der Spielfilme im Übrigen:“Endzeit“ (Carolina Hellsgard), „Das schönste Paar“ (Sven Taddicken), „Arme Ritter“ (FLORIAN SCHMITZ), „Der Geburtstag“ (Carlos A. Morelli), „Frau Stern“ (Anatol Schuster), „Fünf Dinge, die ich nicht verstehe“ (Henning Beckhoff), „Kanun“ (Til Obladen, Kida Khodr Ramadan), „Liebesfilm“ (Robert Bohrer, Emma Ross Simon), „Schwimmen“ (Luzie Loose) und „Smile“ (Steffen Köhn).

 

Achtung! Berlin! – vom 11.-17.4.2019.

© Annalena Müller

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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