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Leben in den Fifties – „Zuhause bin ich Darling“ feiert Premiere in Berlin

Vor dem Schiller Theater, das nun seit über einem Jahr Spielstätte der Komödie am Kurfürstendamm ist, stehen Oldtimer aus den 50er Jahren. Passend zum Stück „Zuhause bin ich Darling“, das am Sonntag in Berlin Premiere hatte.

Judith Richter spielt die Hauptrolle der Judy in dem Stück von Laura Wade – in England mit dem Laurence-Olivier-Award 2019 ausgezeichnet und hochgelobt. Judy, vorher berufstätig mit gut bezahltem Job, lebt wie die perfekte 50er Jahre Hausfrau mit ihrem Mann Johnny (Niklas Kohrt) in einem Haus. Einrichtung im Fifties Style mit ständig kaputtem Kühlschrank inklusive. Johnny scheint sich wohlzufühlen als Ehemann, der, sobald er nach Hause kommt, von vorne bis hinten bedient wird mit Essen, Drinks und Pantoffeln. Obwohl das Stück in der jetzigen Zeit spielt, lebt das Paar in der Vergangenheit und eckt damit nicht nur bei Johnnys Chefin an, sondern auch bei Judys Mutter (Beatrice Richter), die als Alt-68igerin die Lebensweise ihrer Tochter nicht mehr versteht. Dafür hat sie damals schließlich nicht gekämpft. Das Stück mit ernsten Untertönen zur #metoo Debatte, einem Monolog von Judys Mutter wie die 50er wirklich waren oder der Emanzipation der Frau, wird durch Tanzeinlagen von Bürger Lars Dietrich und Katrin Hauptmann in den Umbaupausen aufgelockert. Die beiden spielen auch das befreundete Pärchen von Judy und Johnny, die zwar auch 50er Jahre Fans sind, aber die ganze Lebensweise nicht so ernst nehmen.  

Klar, dass es früher oder später zu Reibereien zwischen Judy und Johnny kommt, denn die Zeit lässt sich schließlich doch nicht zurück drehen. Ein Gehalt reicht eben nicht, um die Hypothek abzubezahlen. Das etwas zu lange Stück hat viele Sofagespräche in der schönen Bühnenkulisse, leider aber ohne echten Witz und Esprit eines Boulevardstücks. Die Schauspieler geben aber ihr Bestes und die Songs von Bill Haley oder Buddy Holly machen Laune.

Nadin Hornberger

 

„Zuhause bin ich Darling“

mit Judith Richter, Beatrice Richter, Bürger Lars Dietrich, Niklas Kohrt, Katrin Hauptmann und Natalie Mukherjee

Deutschsprachige Erstaufführung am 4. August 2019 in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

von Laura Wade, Deutsch von Michael Raab
Regie: Philippe Besson, Bühne: Alfred Peter, Kostüm: Sabrina von Allwörden, Choreographie: Axel Platzen & Ilka Zastrow, Musikalische Einrichtung: Andreas Dziuk

Spieldauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause

Vorstellungen bis 1. September 2019

in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater 

About René

René du Vinage ist Autor, Fotograf und Übersetzer und lebt nach Paris und London nun in Berlin. Sein Motto: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen".

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